GELOBT SEI GOTT

Gequälte Kinder: François Ozons neuer Film erzählt von den Opfern des Paters Bernard Preynat, der 2016 wegen sexueller Übergriffe auf rund 70 Jungen angeklagt wurde.
Die meisten der Fälle sind mittlerweile verjährt. Stellvertretend beleuchtet „Gelobt sei Gott“ das Schicksal dreier erwachsener Männer, die es erst nach vielen Jahren schaffen, sich ihrem Dämon zu stellen. Sie leiden bis heute unter den Verletzungen, die ihnen der Pater ungehindert zufügen konnte. Und das trotz zahlreicher Hinweise und Beschwerden von Eltern.
Das nüchtern inszenierte Drama prangert nicht nur den Priester, sondern vor allem das Schweigen der Kirche insgesamt an. 

FAZIT

Souverän und unaufgeregt  – dadurch umso eindringlicher. Wichtiger Film zu einem lange verschwiegenen Thema. 

Originaltitel „Grâce à Dieu“
Frankreich 2019
137 min
Regie François Ozon
Kinostart 26. September 2019

Ein Kommentar

  1. Der Film ist aktueller denn je! Gerade findet die Bischofskonferenz in Fulda statt, unter dem bräsigen Vorsitz von Kardinal Marx (Gestern: „Wir Bischöfe fordern mehr Klimaschutz.“ Ach. Und wen interessiert das? Am Rande der Bischofskonferenz sagte der Münsteraner Weihbischof Rolf Lohmann, dass Greta etwas „Prophetisches“ habe und die Kirche sich gerade in Öko-Fragen „das Ungestüme der Jugend“ abschauen könne – noch eine Entwicklung verschlafen!). Halbherzig will man die Missbrauchsfälle der kath. Kirche aufarbeiten (aber nur mit anonymisierten Daten!), die Wurzel des Übels bleibt unangetastet: das Zölibat und dass Frauen der Zugang zu geistlichen Ämtern zu verwehrt wird. Das kann nur Rom beschließen, aber dort herrschen ja Machtverhältnisse wie im Kreml zur Zeit des Eisernen Vorhangs und der Papst ist so flexibel wie ein Taliban. Mein Aufruf an alle Katholiken: schreibt Briefe nach Rom! Nervt den Pfarrer vor Ort! Wenn alles nichts hilft: Austreten!

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.