DIE JÜNGSTE TOCHTER
Ab 25. Dezember 2025 im Kino
Basierend auf Fatima Daas’ autofiktionalem Bestseller „La Petite Dernière“ (2020 erschienen) erzählt der Film die Geschichte einer jungen Frau, die zwischen Herkunft, Religion und Begehren zerrieben zu werden droht – und trotzdem ihre eigene Stimme findet.
Fatima, gespielt von Nadia Melliti (wurde für ihre erste Rolle in Cannes gleich als beste Schauspielerin ausgezeichnet), wächst in einer liebevollen, aber streng traditionellen algerisch-französischen Familie auf. Beim Studium in Paris findet sie schnell Freunde und entdeckt nebenbei eine ganz neue Welt: Sie verliebt sich in Frauen, emanzipiert sich von den Erwartungen der Eltern und vom allgegenwärtigen Diktat des Glaubens. Doch ganz so einfach, wie das klingt, ist es dann doch nicht: Vor allem die Vorträge des Imams haben es in sich – der predigt Scham, Unterordnung, Verdammnis. In einer Schlüsselszene verurteilt er Homosexualität in einem Monolog, der zeigt, was an einer unbarmherzigen Auslegung des Glaubens alles falsch ist.
Hauptdarstellerin Nadia Melliti ist tatsächlich eine Entdeckung. Sie spielt die junge Fatima intensiv, glaubwürdig und ohne jedes falsche Drama. Ihr reicht oft ein kurzer Blick, um ihre inneren Zweifel und Nöte zu zeigen.
Nichts ist perfekt, auch dieser Coming-Out-Film hat seine Schwächen. Gegen Ende dehnt sich die Erzählung merklich. Dass Fatimas sexuelle Selbstfindung erzählt werden muss – klar – doch wenn sich dann eine Sexszene an die nächste reiht, droht der dramaturgische Bogen auszufransen. Irgendwann wünscht man sich, dass es einfach mit der Geschichte weitergeht.
Den Gesamteindruck schmälert das allerdings kaum. DIE JÜNGSTE TOCHTER ist intensives Kino, das nicht nur jungen, lesbischen Zuschauerinnen Orientierung bieten kann, sondern uns allen etwas zu sagen hat: über Toleranz, Freiheit und die Kraft, sich selbst zu behaupten.
INFOS ZUM FILM
Originaltitel „La petite dernière“
Frankreich / Deutschland 2025
106 min
Regie Hafsia Herzi
alle Bilder © Alamode Film







