Greenland 2

GREENLAND 2

Gerard Butler hustet sich durch den Weltuntergang

Ab 08. Januar 2026 im Kino

Die Zeiten, in denen ein Komet nach dem anderen im Kino die Erde zertrümmerte, sind schon länger vorbei. Mit Michael Bays „Armageddon“ von 1998 war der Höhepunkt erreicht. Und doch gelang dem Katastrophenfilm 2021 ein kleines Comeback: „Greenland“ überraschte Publikum und Kritik mit einer Mischung aus Weltuntergangsszenario und rührseligem Familiendrama. Der Film spielte genug Geld ein – die Fortsetzung kommt jetzt in die Kinos.

Logik war allerdings schon im ersten Teil Nebensache. Würde ein Kometenschwarm tatsächlich die halbe Welt pulverisieren, dürfte sich der Himmel eher in Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten wieder aufhellen – die Dinosaurier können ein Lied davon singen. Doch in „Greenland“ ging nach nur neun Monaten über dem Atombunker wieder die Sonne auf, Vögel zwitscherten, Hoffnung keimte. Ein Happy End wie aus dem Bilderbuch, märchenhaft und wissenschaftlich ungefähr so belastbar wie ein Horoskop auf Astro-TV.

Greenland 2

Fünf Jahre später müssen John Garrity (Gerard Butler), Ehefrau Allison (Morena Baccarin) und ihr zuckerkranker Sohn Nathan (Roman Griffin Davis) den Schutzbunker in Grönland verlassen, denn nun hat sich das Klima doch wieder verschlechtert (Unrealistisch? Papperlapapp, das Wetter macht halt, was es will). Das Ziel ihrer Odyssee: Europa. Genauer gesagt Südfrankreich. Noch genauer: ein riesiges Kraterloch, das als grünes Paradies lockt.

GREENLAND 2 ist vor allem eines: Unterhaltung. Teure, von Ric Roman Waugh routiniert inszenierte Unterhaltung – und zugleich eine fast schon schamlose Kopie seines Vorgängers. Die Erde ist diesmal bereits zerstört, das ist der einzige nennenswerte Unterschied. Ansonsten hakt der Film stoisch die bekannten Zutaten ab: Rettungen in letzter Sekunde, medizinische Notfälle, marodierende Banden, Kometenhagel und familiäre Herz-Schmerz-Momente im Akkord. Weil Fortsetzungen bekanntlich immer „mehr“ bieten müssen, haben sich sowohl die Effektshots als auch der Kitschfaktor verdoppelt. Das sorgt vor allem im letzten Drittel für einige unfreiwillig komische Szenen. Vom erhöhten Budget profitiert das Drehbuch hingegen kaum.

Greenland 2

Exemplarisch für die Schlampigkeit des Skripts steht zum Beispiel diese Szene: Ein Soldat verweigert John Garrity zunächst kategorisch jede Hilfe, schmeißt ihn sogar aus dem Kommandozelt. Doch kaum sagt Butler „Bitte“ und verweist auf sein Versprechen gegenüber der Familie, heißt es plötzlich: „Okay, da vorne steht ein Bus, der euch ans Ziel bringt.“ So einfach kann Apokalypse sein.

Den kompakten B-Picture-Charme des ersten Teils kann die Fortsetzung nicht wiederholen. Fans dürften aber trotzdem zufrieden sein. GREENLAND 2 ist solides Actionkino, und ein bisschen Realitätsflucht schadet in diesen Zeiten eh nicht – wenn auch die Welt auf der Leinwand fast so grau wie ein Berliner Winter aussieht.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Greenland 2: Migration“
USA 2026
98 min
Regie Ric Roman Waugh

Greenland 2

alle Bilder © TOBIS

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