
Los Angeles, ein schwer fassbarer Juwelendieb, ein Detective, der als einziger ein Muster erkennt, und eine Versicherungsmaklerin, die von ihrem Job die Schnauze voll hat. Regisseur Bart Layton hat mit CRIME 101 einen klassischen Heist-Thriller inszeniert, bei dem die drei Handlungsfäden zunächst parallel laufen, sich dann kreuzen und schließlich zusammenfinden. Layton, der auch das Drehbuch geschrieben hat, hält mit seinem cleveren Katz-und-Maus-Spiel die Spannung bis zum Ende.
CRIME 101 erinnert an große Kriminalfilme wie Michael Manns Heat. Statt Daueraction überzeugen hier Zwischentöne und leise Momente, zu denen die Gewaltausbrüche dann einen umso heftigeren Kontrast bilden. Barry Keoghan sorgt als blondierter Brutalo für verstörende Energie – eine tickende Zeitbombe, bei der man nie genau weiß, wann sie hochgeht.
Der Film ist knapp zweieinhalb Stunden lang, aber keine Sekunde langweilig. Besonders die Autoverfolgungen heben sich wohltuend vom heutigen Einheitslook ab: kein überdrehtes CGI, keine unmöglichen Stunts, dafür handgemacht und mit echtem Tempo.
Seit La La Land gab es nicht mehr so viel Los Angeles in einem Film. Neben der glossy Hollywood-Welt zeigt CRIME 101 auch die weniger glamourösen Ecken: dreckige Hinterhöfe, überfüllte Highways (wie den titelgebenden 101), Obdachlose an jeder Straßenecke. Gedreht wurde unter anderem in Venice, Downtown L.A., North Hollywood und Santa Monica.
CRIME 101 ist die beste Art von Genre-Filmemachen: traditionell im besten Sinne, frisch in der Umsetzung. Kino für Erwachsene, die Thriller mit Stil, Substanz und handwerklicher Sorgfalt schätzen. Eine Empfehlung.
Originaltitel „Crime 101“
USA 2026
142 min
Regie Bart Layton
alle Bilder © Sony Pictures