
Ja, ernsthafte Filme zu den großen Themen unserer Zeit sind wichtig. Ja, es gibt fantastische Schauspieler, die im Grunde für jede Rolle einen Oscar bekommen sollten. Und ja, manchmal strengt die ganze Kunst auch an (Hallo Berlinale). Umso erfrischender ist es, zwischendurch einen echten Quatschfilm zu sehen, der auch noch Spaß macht.
Joe Keery und Georgina Campbell spielen Teacake und Naomi, zwei Sicherheitskräfte in einer Selfstorage-Halle, die sich in einer ehemaligen Militärbasis befindet. Als aus einem längst stillgelegten Labor tief unter der Erde ein hochinfektiöser Pilz entweicht, geraten die beiden mitten in einen aberwitziges Albtraum. Der grüne Schleim infiziert alles, was ihm zu nahe kommt: Menschen mutieren in kürzester Zeit zu pilzverbreitenden Kreaturen, doch auch Ratten, Kakerlaken und sogar Hirsche bleiben nicht verschont. Man kennt das als ernste Variante aus „The Last of Us“.
Zombie-Film, Monster-Movie und Pandemie-Parabel: alles in einem, nur deutlich schleimiger und mit einer ordentlichen Portion schwarzem Humor. Die größte Überraschung ist vielleicht, dass COLD STORAGE viel besser ist, als man es nach der Inhaltsangabe erwarten würde. Natürlich ist das alles großer Unsinn, aber das Setting des zur Lagerhalle umgebauten Ex-Militärlabors mit seinen unterirdischen Stockwerken ist schön unheimlich.
Stranger Things-Star Joe Keery und Georgina Campbell haben eine gute Chemie als abenteuerlustiges Wärterpaar. Liam Neeson brummt sich routiniert durch seine Rolle als altgedienter Bioterror-Agent, der versucht, das ganze Chaos aufzuhalten. COLD STORAGE erinnert an eine moderne Version des 50er-Jahre-B-Filmklassikers The Blob. Vielleicht lacht man in ein paar Jahren über die teils mittelmäßigen CGI-Effekte (nach heutigem Standard sind sie allenfalls okay – aber dies ist keine Hollywood-Großproduktion). Trotzdem funktioniert der Film als Body-Horror-Komödie hervorragend. Die Gags sitzen, allzu flacher Prollhumor bleibt aus, die Geschichte ist ohne Schnickschnack geradlinig erzählt und hält bis zum Ende das Tempo. Simpel, aber sehr effektiv – und als Erholung vom verkopften Arthouse-Kino eine Empfehlung.
Originaltitel „Cold Storage“
United Kingdom 2025
99 min
Regie Johnny Cambell
alle Bilder © STUDIOCANAL