A Missing Part

A MISSING PART

Ein sanfter Film über eine ungewöhnliche Vater-Tochter-Beziehung in Tokio.

Ab 02. April 2026 im Kino

Jay, ein Franzose in Tokio, fährt seit Jahren Taxi durch die Stadt, immer in der Hoffnung, irgendwo seine Tochter Lily wiederzufinden. Und das schon seit neun Jahren. Seine Ex-Frau ist mit ihr verschwunden, das japanische Familienrecht lässt ihm kaum eine Chance auf Kontakt – gemeinsames Sorgerecht gibt es nicht. Und dann kommt es tatsächlich zu einer Begegnung – ohne dass Lily weiß, wer da eigentlich vor ihr sitzt. Die Beziehung zwischen den beiden entwickelt sich langsam – fast flüchtig, sehr zum Missfallen von Mutter und Schwiegermutter.

A MISSING PART ist zwar Fiktion, aber sein Ursprung ist real. Denn bis heute erkennt die japanische Justiz im Falle einer Trennung weder das gemeinsame Sorgerecht noch ein Besuchsrecht an, was dazu führt, dass viele Elternteile bis zur Volljährigkeit ihrer Kinder vollständig von ihnen getrennt bleiben.

A Missing Part

Entführte Kinder, schreiend ungerechte Gesetze: Klingt nach großem Drama, aber Regisseur Guillaume Senez macht daraus keinen lauten Film. Die Geschichte ist ruhig, fast vorsichtig erzählt, mit einer ähnlich schönen Gelassenheit, wie man sie zuletzt bei Perfect Days von Wim Wenders gesehen hat. Auch hier geht’s nicht um große Wendungen, sondern um Stimmungen, um kleine Momente.

Hervorragend: Romain Duris. Er spielt Jay zurückgenommen, ohne falschen Pathos – stattdessen kleine Blicke, zögernde Bewegungen, ein Leben im Wartestand. Und das funktioniert richtig gut. Die Rolle liegt ihm – und dann spricht er auch noch fließend Japanisch. Daneben Judith Chemla als seine beste Freundin und Newcomerin Mei Cirne-Masuki – sehr natürlich, sehr unaufgeregt.

A Missing Part

Auch visuell bleibt der Film zurückhaltend: Tokio, sonst glitzernde Metropole mit überfüllten Kreuzungen, wirkt hier nicht grell und überdreht, sondern fast ein bisschen entrückt. Die Bilder von Elin Kirschfink fangen die melancholische Stimmung perfekt ein. Dazu der sehr stimmige Soundtrack von Olivier Marguerit – selten genug, dass man gleich bei mehreren Stücken shazamt.

A MISSING PART ist schönes, schlichtes und dabei berührendes Kino aus Frankreich.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Une part manquante“
Belgien / Frankreich 2024
98 min
Regie Guillaume Senez

A Missing Part

alle Bilder © Film Kino Text

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