Paris Murder Mystery

PARIS MURDER MYSTERY

Jodie Foster in einer Kriminalkomödie mit psychologischem Twist

Ab 16. April 2026 im Kino

Kriminalkomödie mit psychologischem Twist? Schon der deutsche Verleihtitel macht klar, worauf hier angespielt wird: „Manhattan Murder Mystery“ von Woody Allen. Und tatsächlich erinnert PARIS MURDER MYSTERY (im Original schlicht „Vie privée“, also Privatsphäre) an ein gelungenes Werk des gecancelten Regisseurs. 

Foster spielt eine Amerikanerin in Paris, Lilian Steiner, die sich als brillante Therapeutin einen Namen gemacht hat. Den Problemen ihrer Patienten hört sie meist nur noch professionell zu, ein Panzer aus Kälte und Abgeklärtheit umgibt sie. Bis sie eines Tages vom Tod ihrer Patientin Paula erschüttert wird. Lilian vermutet, dass der angebliche Suizid ein Mord war und begibt sich zusammen mit ihrem Ex-Mann Gabriel (Daniel Auteuil) auf Spurensuche.

Paris Murder Mystery

Zunächst einmal ist es eine große Freude, Jodie Foster in Höchstform zu sehen – und dann spricht sie auch noch akzentfrei Französisch – kein Wunder, sie besuchte das Lycée Français in Los Angeles und ist teilweise in Frankreich aufgewachsen. Wie immer gilt also: unbedingt OmU schauen. Und dann ist da noch Daniel Auteuil, der an Fosters Seite zu einem umwerfenden Sidekick wird. Ein wenig erinnern die beiden an Miss Marple und Mr. Stringer, nur in der Jetztzeit und mit mehr erotischem Knistern.

Paris Murder Mystery

Selbst wenn sich Rebecca Zlotowskis Film in psychoanalytische Tiefen a la Hitchcocks „Spellbound“ oder Brian de Palmas „Dressed to Kill“ begibt, bleibt immer ein Schuss trockener Humor. Die Mischung aus Drama, absurder Komödie, Krimi und Psychothriller macht PARIS MURDER MYSTERY so besonders. Ein schönes Beispiel ist die Dinnerszene, bei der Lilian ihrem entfremdeten erwachsenen Sohn mit großem Ernst vorhält, er sei in einem früheren Leben ein SS-Mann gewesen – jedenfalls in ihrem Traum -, was erklären würde, warum sie nie echte Nähe zu ihm aufbauen konnte. Der Sohn hört sich das alles an, wütend, aber gleichzeitig mit einem resignierten Gesichtsausdruck, als würde ihn auch dieser neue Spleen seiner Mutter nicht wirklich überraschen. Das ist schön gespielt, souverän inszeniert, Zlotowski weiß genau, wie man solche Szenen in perfekter Balance hält.

Ein ungewöhnlicher Film, spannend und ein echtes Vergnügen mit einem Top-Cast. Das hätte Woody Allen auch nicht besser hinbekommen.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Vie privée“
Frankreich 2025
103 min
Regie Rebecca Zlotowski

Paris Murder Mystery

alle Bilder © PLAION PICTURES

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