
LGBTQ – nach gefühlt jedem zweiten Wettbewerbsfilm bei der Berlinale 26 mit LGB und Q fehlt nur noch das T. Wobei: So richtig T ist Rose ja nicht. Sie gibt sich nur als Mann aus. Und zwar schon seit Jahren. Hat sogar als Soldat im Dreißigjährigen Krieg gedient. Dort stibitzt sie einem gefallenen Kameraden eine Besitzurkunde für Land und Hof, nun steht sie im gottesfürchtigen Dorf und verlangt ihr Recht. Und weil sich das alles so gut anlässt und es ihr nach einem Jahr noch immer alle glauben, dass sie ein echter Kerl ist, geht sie den nächsten Schritt und heiratet ein Madl. Aber die und ihre Familie bestehen dummerweise auf der Erfüllung der ehelichen Pflichten.
Auf den ersten Blick ist das Schwarz-Weiß-Drama von Markus Schleinzer eine ernste Angelegenheit. Eine Frau, deren einziges Verbrechen es ist, sich als Mann auszugeben, dabei aber nur Gutes tut. Vor Gericht gefragt, warum sie es getan hat, antwortet sie schlicht: „Weil es geht“.
ROSE hat überraschend komische Momente, spätestens wenn die zunächst schüchterne Braut hinter das Geheimnis ihres „Gatten“ kommt und mit neuem Selbstbewusstsein die Leitung des Hofs übernimmt. Bravo also an Caro Braun als Suzanna. Sandra Hüller spielt natürlich auch gut, für die Rolle des kugelkauenden, narbenentstellten „Mannes“ im 17. Jahrhundert hat se den Silbernen Bären gewonnen. Das angenehm kurze Werk (94 Minuten) ist dank Besetzung und feiner Kameraarbeit durchaus sehenswert.
Österreich / Deutschland 2026
94 min
Regie Markus Schleinzer
alle Bilder © Piffl Medien