Der Teufel trägt Prada 2

DER TEUFEL TRÄGT PRADA 2

Ein Film, so tiefgründig wie ein Fashion-Magazin: Unterhaltam, schön anzusehen und schnell vergessen.

Ab 30. April 2026 im Kino

20 Jahre später: Die Kleider sitzen noch immer – und der Ton ist derselbe geblieben: leichtfüßig, mit einem Hauch Gift. Meryl Streep, Anne Hathaway, Emily Blunt und Stanley Tucci schlüpfen erneut in ihre ikonischen Rollen und machen genau dort weiter, wo der Kultfilm von 2006 aufgehört hat.

Damals war es die klassische Fish-out-of-Water-Geschichte: eine junge Frau, die in der gnadenlosen Modewelt landet und lernen muss, dass Stil mehr ist als nur eine Frage der Kleidung. Heute ist Andy eine seriöse Journalistin und soll ausgerechnet Mirandas angekratztes Image aufpolieren. Gutmensch trifft Zickenqueen: An dieser bewährten Konstellation hat sich nichts geändert.
Meryl Streep gibt die Ersatz-Anna Wintour erneut mit eiskalter Präzision, während Anne Hathaway weiterhin mit einer Mischung aus Charme und leicht überforderter Unschuld durch die Welt stolpert. Bleibt die Frage, ob eine preisgekrönte, erwachsene Journalistin tatsächlich noch so nervös und fahrig agieren würde – oder ob hier, der Story zuliebe, ein bisschen zu viel von der alten Andy übrig geblieben ist.

Der Teufel trägt Prada 2

Die Fortsetzung bewegt sich wieder zwischen Haute Couture und Hochglanzoberflächen – versucht sich dabei aber auch an einer bissigen Mediensatire: Großkonzerne verschlingen den Journalismus, echtes Können wird zur Nebensache. In einer Social-Media-Welt, in der ohnehin alles Oberfläche ist, passt das leider nur allzu gut.

Entsprechend geschniegelt sind die Bilder von Florian Ballhaus: Die wahren Stars sind diesmal New York und Mailand, inszeniert wie zwei glänzende Laufstege. Gedreht wurde an Originalschauplätzen – und das sieht man. Dazwischen: jede Menge Anspielungen, Cameos und Fanservice. Das hat bisweilen etwas von „Best of“. Dazu viel stampfende Popmusik, der Soundtrack klingt wie die Playlist einer Formatradiostation.

Der Teufel trägt Prada 2

Im direkten Vergleich wirkt die schamlose TV-Kopie „Emily in Paris“ noch einmal flacher und einfältiger. Beim Teufel sitzt der Schnitt dann doch deutlich besser. Neu oder überraschend ist das zwar alles nicht. Unterhaltsam aber schon. Zwei Stunden lang schöne Menschen in schöner Umgebung – es gibt Schlimmeres.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „The Devil wears Prada 2“
USA 2026
119 min
Regie David Frankel

Der Teufel trägt Prada 2

alle Bilder © The Walt Disney Company Germany

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