
Guy Ritchie arbeitet seit Jahrzehnten mit denselben Zutaten: schicke Klamotten, traumhafte Locations, rasante Schnitte, viel Selbstironie und Figuren, die sich in der Grauzone zwischen Gut und Böse bewegen. Mit IN THE GREY hat er wieder genau die Sorte Film gemacht, für die ihn seine Fans lieben.
Wie so oft ist auch diesmal die Story ein einziger MacGuffin: Der zwielichtige Manny Salazar (Carlos Bardem – genau, der Bruder von Javier) schuldet irgendwem eine Milliarde Dollar (oder waren es doch hundert Milliarden?). Um das Geld einzutreiben, schickt Bobby (Rosamund Pike) die superschlaue, abgebrühte Sophia (Eiza González) auf Salazars Insel. An ihrer Seite: Bronco (Jake Gyllenhaal) und Sid (Henry Cavill), zwei Spezialagenten, die in bester Söldnermanier für Sophias Sicherheit sorgen. Für den Fall, dass die Aktion aus dem Ruder läuft, haben die beiden einen elaborierten Fluchtplan ausgeheckt.
Vorbereitung ist die halbe Miete: Man kennt das aus „Mission Impossible“ oder jedem beliebigen Heist-Movie: Der Plan wird ausführlich erklärt, unterschnitten mit Szenen, wie es im Idealfall abläuft. Variante 1: Alles geht komplett schief. Variante 2: Der Plan funktioniert und der Zuschauer freut sich, dass er all die vorbereiteten Fallen und Absuditäten noch einmal in Aktion sehen darf. „Kevin – Allein zu Haus“ und IN THE GREY gehören eindeutig zur letzteren Kategorie. Das ist zwar nicht besonders realistisch, hat aber trotz aller Vorhersehbarkeit hohen Unterhaltungswert. Nur die Unsitte, die ganze Story permanent per Offstimme erzählen zu lassen, nervt. So kompliziert isses nun auch wieder nicht. Egal. Dafür entschädigt die Besetzung: Jake Gyllenhaal und Henry Cavill sind mit dem Mund genauso schlagfertig wie mit der Faust — und bleiben dabei so lässig wie bei einem Tag im Spa.
IN THE GREY erfindet das Rad nicht neu, liefert aber genau das, was er soll: 98 Minuten kurzweilige Hochglanz-Action.
Originaltitel „In the Grey“
GB / USA 2026
98 min
Regie Guy Ritchie
alle Bilder © LEONINE Studios