
Eine ganz andere Geschichte: Im Juli 2017 stellte das Kunstmuseum Wolfsburg eine fantastische Installation des belgischen Künstlers Hans Op de Beeck aus. Das Besondere: Das gesamte Gebäude war in eine Art Kulissenkleinstadt verwandelt worden. Hier eine komplette Wohnung inklusive Mobiliar aus grauem Gips, dort eine sich schier unendlich ausdehnende Hafenanlage – ein Effekt, der durch nach hinten immer kleiner werdende Bauten erzeugt wurde.
Ein ähnliches Gefühl der Unwirklichkeit löst der Film BACKROOMS aus. Wer einen Sinn für unterirdische Räume mit tiefen Wasserbecken hat, durch die riesige Rohre führen, oder sich vor unendlich tiefen Löchern im Boden gruselt, ist hier genau richtig.
Worum geht’s? Clark (Chiwetel Ejiofor) ist Besitzer eines kurz vor der Pleite stehenden Möbelgeschäfts. Eines Tages entdeckt er im Keller seines Ladens eine unsichtbare Tür. Dahinter verbirgt sich eine Welt voller Gänge und Räume. Seine Psychologin Dr. Mary Kline (Renate Reinsve) ist zunächst skeptisch.
Die eigentliche Sensation des Films ist Kane Parsons. Der hat im zarten Alter von 16 seinen ersten Film auf youtube hochgeladen und damit Millionen von Klicks generiert. Vier Jahre später ist er der jüngste Regisseur eines großen Hollywoodfilms – und der bricht in den USA gerade Kassenrekorde.
Das ist zwar noch kein Qualitätsmerkmal, BACKROOMS ist aber tatsächlich ein gut gemachter, erstaunlich effizienter Thriller. Statt auf Schockeffekte setzt der Film auf unheimliche Atmosphäre und permanente Bedrohung. Die Story trägt nicht ganz für knapp zwei Stunden Laufzeit, aber als Erstlingswerk eines gerade mal 20-Jährigen: beeindruckend.
Originaltitel „Backrooms“
USA 2026
110 min
Regie Kane Parsons
alle Bilder © Constantin Film