
In THE DEATH OF ROBIN HOOD ist der ehemalige Held aus Sherwood Forest zum griesgrämigen Einzelgänger geworden. Regisseur Michael Sarnoski räumt mit der romantischen Legende auf – so blutrünstig hat man den Rächer der Enterbten garantiert noch nie im Kino gesehen.
Robin ringt nach einem Leben voller Gewalt und Verbrechen mit seinen inneren Dämonen. Als er gemeinsam mit seinem alten Weggefährten Little John dessen Frau und Tochter beschützen will, wird er schwer verletzt. Auf einer entlegenen Insel findet er bei einer mysteriösen Frau Zuflucht und Heilung. Doch schon bald holt ihn seine Vergangenheit ein.
Was wie eine klassische Räuberpistole klingt, entpuppt sich als düstere Charakterstudie über einen Mann, der weiß, dass sein Ende naht. Hugh Jackman ist diese Rolle auf den Leib geschrieben. Die Parallelen zu seinem gealterten Wolverine in LOGAN sind unübersehbar. Jackman kann fast alles, in Musicals singen zum Beispiel, aber kaum jemand spielt gebrochene Helden so gut wie er.
Neben ihm überzeugt einmal mehr Jodie Comer, die etwas Licht in diese oft unerträglich graue und brutale Männerwelt bringt. Auf der Besetzungsliste steht zwar auch Bill Skarsgård, doch unter Bart und Dreck ist er kaum wiederzuerkennen.
Regisseur Michael Sarnoski („Pig“, „A Quiet Place: Tag Eins“) beweist mit seinem erst dritten Spielfilm ein erstaunliches Gespür für Atmosphäre. Statt Abenteuerromantik gibt’s Melancholie, rohe Gewalt und eine Antwort auf die Frage, was von einer Legende am Ende übrig bleibt. THE DEATH OF ROBIN HOOD: Nichts für Zartbesaitete – aber sehr, sehr gut.
Originaltitel „The Death of Robin Hood“
USA 2026
121 min
Regie Michael Sarnoski
alle Bilder © DCM