
Bear (Michael Johnston) ist verliebt, aber schüchtern. Damit ihn seine Angebetete endlich erhört, kauft er einen „One-Wish-Willow” – eine Art magisches Stöckchen, das beim Zerbrechen genau einen Wunsch erfüllt. Gesagt, getan. Der Wunsch geht tatsächlich in Erfüllung – allerdings mit fürchterlichen Konsequenzen. Denn dass Nikki (Inde Navarrette) ihn „mehr liebt als alles andere“ schreit natürlich nach Katastrophe. Was wie eine Indie-Teenager-Romanze beginnt, entwickelt sich bald zu einem düsteren Psychothriller über Abhängigkeit und Beziehungsterror.
Der Film stammt vom erst 26-jährigen Regisseur Curry Barker und ist neben Backrooms der andere neue amerikanische Horrorhit, der mit origineller Idee und frischer Handschrift überzeugt. Die Geschichte erinnert zwar an den Klassiker „Die Affenpfote“, findet aber einen ganz eigenen Ton zwischen Coming-of-Age, bösartiger Komödie und Thriller.
OBSESSION nimmt sich schön viel Zeit, bis er zur Sache kommt. Statt auf die üblichen Jumpscares (die gibt es auch) zu setzen, sorgt schleichende Bedrohung für stetes Unbehagen. Der Film spielt dabei geschickt mit den Unsicherheiten der Gen Z, für die Romantik und toxische Beziehungen oft nur einen Klick voneinander entfernt sind.
Nicht perfekt – vor allem in der Mitte zieht es sich etwas – aber Lichtjahre besser als der drölfte Aufguss von Scream oder Halloween. Hoffentlich werden Backrooms und OBSESSION nicht auch wieder mit zahllosen Fortsetzungen zu Tode gemolken.
Originaltitel „Obsession“
USA 2026
109 min
Regie Curry Barker
alle Bilder © Universal Pictures International Germany