
Rick (Paul Rudd) tingelt seit Jahren als Hochzeitssänger durchs Leben – einer, der irgendwo zwischen „dem Besten der 70er, 80er und heute“ akzeptieren musste, dass der große Durchbruch wohl nicht mehr kommt. Danny (Nick Jonas) dagegen kennt den Ruhm bereits. Als ehemaliger Boyband-Star hatte er schon alles: Fans, Hits, Kreischalarm. Das ist allerdings ein bisschen her. Als sich die beiden bei einer Hochzeitsfeier kennenlernen, endet der Abend in einer betrunkenen Jam-Session – sechs Monate später landet Danny mit genau diesem Song wieder auf Platz eins der Charts. Das Problem: Geschrieben hat ihn Rick.
Daraus hätte genauso gut ein bitteres Musikdrama werden können. Stattdessen gelingt Regisseur John Carney eine wunderbar leichte Mischung aus Feel-Good-Movie, Midlife-Crisis-Komödie und Liebeserklärung an handgemachte Popmusik. Vor allem ist da die großartige Chemie zwischen Paul Rudd und Nick Jonas. Rudd spielt mit genau der richtigen Mischung aus Verbitterung, Charme und „eigentlich ein netter Typ“. Nick Jonas wiederum weiß als ehemaliger Teenie-Star bestens über die Schattenseiten des Popgeschäfts Bescheid.
Dazu kommt ein catchy Soundtrack inklusive Ohrwurm – und ein überraschend talentierter Sänger namens Paul Rudd. POWER BALLAD versteht, was die Magie eines großen Popsongs ausmacht. Gerade das macht den Film so schön unzynisch.
Besonders lobenswert: In Zeiten endloser Sequels und Franchise-Maschinen erzählt POWER BALLAD tatsächlich mal wieder eine eigene Geschichte. Kein Superheld, kein Multiversum, kein „Teil 7“. Selbst wer Powerballaden hasst, wird hier am Ende vielleicht trotzdem einmal mitsummen.
Originaltitel „Power Ballad“
USA / Irland 2026
98 min
Regie John Carney
alle Bilder © LEONINE Studios