
James Gunn hat eine Mission: Er soll, will, muss das DC-Universe retten. Superman war als Neustart nicht schlecht, blieb aber hinter den hohen Erwartungen zurück und konnte weder das zahlende Publikum noch die Kritiker zu 100 % überzeugen. Lob gab es vor allem für die Besetzung und den wunderbaren Lobihund Krypto. Insofern macht SUPERGIRL vieles richtig, denn der Vierbeiner ist nicht nur wieder mit dabei, sondern sogar zentraler Aufhänger der Geschichte.
Alles in allem ist Skepsis angebracht, denn weder wird der Film übertrieben beworben, noch darf man den „first reactions“ von irgendwelchen Influencern glauben, die SUPERGIRL in der üblichen Euphorie als „besten Sommerblockbuster des Jahres“ bejubeln. Nun ja. Und dann auch noch ein Embargo bis kurz vor dem Kinostart? Klingt normalerweise nach einem Stinker.
Über die sehr dünne Handlung muss man nicht viele Worte verlieren, ohnehin wäre das der langweiligste Teil der Kritik. Dafür überzeugt der Cast: Milly Alcock in der Titelrolle ist ein echter Glücksgriff, das konnte man schon bei ihrem ersten (sehr kurzen und sehr hangovered) Auftritt in Superman ahnen. Denn die bisher vor allem aus House of the Dragon bekannte 26-Jährige spielt die Superman-Cousine als Mischung aus coolem Gen-Z-Girl, zynischer Trinkerin und Superheldin mit großem Herzen.
Man schaut ihr gerne zu, und es ist vielleicht bezeichnend, dass die Dialog- und Handlungsszenen interessanter als die Actionszenen sind. Von denen gibt es glücklicherweise nicht übertrieben viele. Die beiden, die im Gedächtnis bleiben, sind halbwegs vernünftig inszeniert. Wie so oft ist es schwer, dem CGI-Gedröhne zu folgen. Ansonsten sitzt der Humor, ist angenehm unprollig, setzt mehr auf trockenen Sarkasmus. In einer größeren Nebenrolle spielt noch Jason Momoa mit, dessen Figur „Lobo“ heißt und eine weitere Variante des immergleichen Jason-Momoa-Bros ist.
Regisseur Craig Gillespie hat sich vor allem als Serien-Handwerker und mit seinem vielfach preisgekrönten „I, Tonya“ einen Namen gemacht. Bei SUPERGIRL übernimmt er die Vorgaben von Mastermind James Gunn, inszeniert aber trotzdem mit eigener Handschrift – und liefert harmloses, aber unterhaltsames Popcorn-Kino.
Originaltitel „Supergirl“
USA 2026
108 min
Regie Craig Gillespie
alle Bilder © Warner Bros. Pictures Germany