
Natürlich wird die Handlung von Niederbayern ins attraktivere Frankreich, inklusive hübschem Steinhaus verlegt: In CHÉRI, ICH KOMME! – DIE ERFINDUNG DER LUST heißen die Lenkes Fanny und Tom und stellen nach über zwanzig Jahren Beziehung fest, dass im Bett die Luft raus ist. Noch schlimmer: Fanny gesteht ihrem Mann, dass sie noch nie einen Orgasmus hatte. Statt Scheidung, suchen die beiden nach einer Lösung und erfinden nach monatelanger Forschung ein weltweit erfolgreiches Sextoy.
Alexandra Lamy und François Cluzet spielen das Paar mit genügend Selbstironie, um auch die teils absurden Situationen halbwegs glaubhaft wirken zu lassen. „Pour le plaisir“ (so der um einiges schlichtere Originaltitel) lebt vor allem von seinem entspannten Blick auf ein Thema, das selten im Kino behandelt wird. Man fragt sich also, warum hierzulande niemand auf die Idee gekommen ist, aus dem Stoff einen Film zu machen. Die Antwort könnte sein: Weil die Geschichte nicht ganz so ergiebig ist, wie es zunächst klingt.
Was anfangs frisch und mutig wirkt, wiederholt sich schnell. Ja, Dutzende von Dildos auf dem Küchentisch sind ganz lustig, aber 2026 auch nicht mehr so ein Schocker. Die Pointendichte ist überschaubar. Das Ganze kommt zwar angenehm leichtfüßig daher, bleibt aber ziemlich oberflächlich und bietet wenig Überraschungen.
CHÉRI, ICH KOMME! – DIE ERFINDUNG DER LUST ist eine französische Wohlfühlkomödie, wie sie gefühlt jedes Jahr dutzendweise in die Kinos kommt: charmant gespielt, sympathisch erzählt und schnell wieder vergessen.
Originaltitel „Pour le plaisir“
Frankreich 2026
89 min
Regie Reem Kherici
alle Bilder © Neue Visionen Filmverleih