H wie Habicht

H WIE HABICHT

D wie Depression

Ab 23. Juli 2026 im Kino

Nie war es einfacher, die Handlung eines Films zusammenzufassen: Frau verliert ihren Vater, wird depressiv und kauft sich einen Vogel. Klingt wie die Vorlage für einen anstrengenden Arthouse-Film, ist es aber nicht.

Die Verfilmung des englischen Bestsellers H is for Hawk erzählt die wahre Geschichte der Schriftstellerin Helen Macdonald, die nach dem Tod ihres Vaters versucht, ihre Trauer zu bewältigen, indem sie sich einen Habicht zulegt. Eine ungewöhnliche Idee, und natürlich eine Metapher für den Versuch, das eigene Leben wieder unter Kontrolle zu bringen. Der Vogel als wildes Tier steht für die innere Aufgewühltheit seiner Besitzerin.

H wie Habicht

Dass daraus keine rührselige Schmonzette geworden ist, verdankt H WIE HABICHT vor allem Claire Foy. Die ehemalige Queen aus The Crown spielt Helen mit großer Zurückhaltung und macht ihre Depression fast körperlich spürbar. Auch der immer hervorragende Brendan Gleeson hinterlässt als liebevoller Vater in kurzen Rückblenden einen bleibenden Eindruck.

H wie Habicht

Regisseurin Philippa Lowthorpe vertraut auf leise Zwischentöne. Finale Erlösung oder Antworten auf große Fragen gibt es nicht. Stattdessen beobachtet der Film, wie sich eine Frau langsam wieder ins Leben zurückkämpft.

Das verlangt den Zuschauern durchaus Geduld ab, denn H WIE HABICHT nimmt sich viel Zeit und verzichtet auf dramatische Zuspitzungen. Wer sich darauf einlässt, wird mit einem ungewöhnlichen, klugen und bewegenden Drama belohnt. Und am Ende mit einer der schönsten Trauerreden seit Vier Hochzeiten und ein Todesfall.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „H is for Hawk“
GB 2026
114 min
Regie Philippa Lowthorpe

H wie Habicht

alle Bilder © DCM

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