
Denn SPIDER-MAN: BRAND NEW DAY schafft es, die bekannten Zutaten erfrischend neu zu remixen.
Nach den Ereignissen von No Way Home hat die Welt vergessen, wer Peter Parker ist. Als Spider-Man kämpft er weiter gegen Verbrecher, trauert aber immer noch seiner großen Liebe MJ und seinem besten Freund Ned nach. Was vielleicht nach klassischem Marvel-Baukasten klingt, entwickelt sich zu einer sehr persönlichen Geschichte über Einsamkeit, Verantwortung und einen Helden, der plötzlich ganz auf sich allein gestellt ist.
Statt von einer CGI-Schlacht zur nächsten zu hetzen, nimmt sich Regisseur Destin Daniel Cretton („Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“) Zeit für seine Figuren. Zwischen den spektakulären Actionsequenzen bleibt viel Raum für Peter Parker selbst. Vor allem beweist BRAND NEW DAY, dass es Marvel mit einem guten Drehbuch immer noch drauf hat.
Tom Holland liefert als erwachsen gewordener Spider-Man seine bislang beste Leistung ab. Mit einer Mischung aus Unsicherheit, trockenem Humor und echtem Schmerz trägt er den Film. Neben einem Wiedersehen mit den bekannten Gesichtern Zendaya, Jacob Batalon und Mark Ruffalo ist ein glaubhafter Bösewicht natürlich genauso wichtig. Marvel-Filme stehen und fallen mit ihren Antagonisten: BRAND NEW DAY überrascht mit einem der ungewöhnlichsten Schurken der letzten Jahre. Endlich kein langweiliges Monster aus dem Computer, sondern eine ausgearbeitete Figur mit nachvollziehbaren Motiven und Tiefe.
SPIDER-MAN: BRAND NEW DAY ist kein radikaler Neuanfang. Aber einer, der zeigt, dass Marvel seine bekannteste Figur noch lange nicht auserzählt hat. Eine sehr gelungene Fortsetzung und gleichzeitig der beste Teil der Holland-Ära.
Originaltitel „Spider-Man: Brand New Day“
USA 2026
145 min
Regie Destin Daniel Cretton
alle Bilder © Sony Pictures