
Eine wahre Geschichte: Jan Bojarski (Reda Kateb) ist ein genialer Fälscher. Während des Zweiten Weltkriegs noch auf Ausweispapiere spezialisiert, beginnt der polnische Ingenieur später eine beispiellose Karriere als Banknotenfälscher. Die Presse tauft ihn den „Cézanne des Falschgeldes“. Ein Doppelleben zwischen Ehefrau (Sara Giraudeau) und geheimer Fälscherwerkstatt, während ihm die Polizei hartnäckig auf den Fersen bleibt.
Ohne lange Vorrede: DER PERFEKTE SCHEIN ist ein echtes Vergnügen. Regisseur Jean-Paul Salomé hat keine Angst vor kommerziellem Kino und erzählt Bojarskis Geschichte als schnörkellosen Gangsterfilm. Das wirkt vielleicht manchmal etwas zahm, ist aber gerade wegen dieser Unaufgeregtheit so gut.
Der Fall Bojarski überzeugt mit gutem Drehbuch, sorgfältiger Ausstattung, stimmigen Kostüme und einem hervorragenden Ensemble. Neben Reda Kateb und Sara Giraudeau als Ehepaar Bojarski, bleibt vor allem Framerates französischer Lieblingsschauspieler Pierre Lottin mit einer kleinen Nebenrolle im Gedächtnis.
Man fühlt sich in die eigene Kindheit zurückversetzt, als im Fernsehen Fantômas gejagt wurde und sich Ganoven mit der Polizei wilde Schießereien geliefert haben. Diese handgemachte Art des Erzählens wirkt heute vielleicht etwas altmodisch – ist aber gerade deshalb so charmant.
Nicht jeder gute Film muss ein Meisterwerk sein. DER PERFEKTE SCHEIN ist der beste Beweis, dass Unterhaltungskino manchmal nicht mehr braucht als eine gute Geschichte und eine solide Inszenierung.
Originaltitel „L’affaire Bojarski“
Frankreich 2025
128 min
Regie Jean-Paul Salomé
alle Bilder © Progress Filmverleih