
DER KLANG DER STRADIVARI erzählt zwar von einem Streichquartett, interessiert sich aber vor allem für die Menschen hinter den Noten.
Astrid Carlson möchte den Traum ihres verstorbenen Vaters realisieren: Vier Stradivaris (Stückpreis rund 12 Millionen Euro) sollen zum ersten und wahrscheinlich einzigen Mal gemeinsam in einem Konzert gespielt werden. Doch sie hat die Launen der eigens engagierten Star-Musiker Lise, George, Peter und Apolline unterschätzt: Es regieren Eitelkeiten, verletzte Gefühle und künstlerische Grabenkämpfe.
Grégory Magne inszeniert diese simple Geschichte mit leichter Hand und feinem Humor. Statt von großen Dramen lebt sein Film von menschlicher Wärme und echter Neugier auf die Figuren. Das Schönste: Les Musiciens (Originaltitel) wirkt nie wie eine langatmige Unterrichtsstunde über klassische Musik. Er zeigt viel mehr, warum es nicht reicht, wenn vier Menschen einfach dieselben Noten spielen. Wichtiger ist, dass sie eine gemeinsame Stimme, eine Harmonie finden. Oder wie es der Komponist Charlie Beaumont (sehr gut: Frédéric Pierrot) im Film sagt: „Spielt wie ein Vogelschwarm“. Dabei hilft, dass die Schauspieler ihre Instrumente tatsächlich beherrschen: Jeder Bogenstrich in jeder Nahaufnahme sitzt.
Ganz makellos ist DER KLANG DER STRADIVARI nicht. Gegen Ende häufen sich die dramaturgischen Zuspitzungen. Dass ausgerechnet kurz vor dem entscheidenden Konzert noch ein ausgedehnter Spaziergang durchs Gehölz (Achtung! Verletzungsgefahr!) zur Schlüsselszene wird, wirkt eher konstruiert und überflüssig.
Das ändert jedoch nichts am Gesamteindruck. DER KLANG DER STRADIVARI ist eine beglückende Komödie über Menschen auf der Suche nach dem perfekten Zusammenspiel. Man schaut und hört zu und lernt sogar noch was dabei.
Originaltitel „Les Musiciens“
Frankreich 2025
102 min
Regie Grégory Magne
alle Bilder © weltkino