Everytime

EVERYTIME

Ein rätselhafter Film aus Deutschland

Ab 6. August 2026 im Kino

Jeder Zuschauer, der EVERYTIME anschaut, wird sich zumindest während der ersten Stunde fragen: „Was genau soll daran rätselhaft sein?“ Mädchen stirbt, Mutter, Schwester und Freund trauern. Aber abwarten. Denn in der zweiten Hälfte wechselt der Film mutig das Genre ins mysteriös Fantastische. Ob das alles real ist oder nur ein halluzinierter Drogentrip, bleibt bewusst offen. Ein wenig Erhellung bietet der Pressetext. Der ist allerdings sehr lang. Deshalb: ChatGPT, bitte fasse die Kernaussage in zwei Sätzen zusammen:

„Die Sonne geht auf, als wäre nichts geschehen, doch für Ella, Melli und Lux hat die Zeit ihre Verlässlichkeit verloren, denn Jessie ist plötzlich nicht mehr da. Zwischen einem Urlaub, den es nie gab, und Erinnerungen, die sich mit einer ungelebten Zukunft verweben, erzählt EVERYTIME in traumhafter Sinnlichkeit von Trauer, Schuld und der Suche nach einer neuen Form des Weiterlebens.“

Na also. Oder anders ausgedrückt: Das käme vielleicht dabei heraus, wenn Alexander Kluge „A Minecraft Movie“ gedreht hätte. Auch alles eckig, aber mit Tiefgang statt Jason Momoa.

Everytime

Man erkennt es schon an den freundlichen 3,5 Punkten: EVERYTIME ist ein gut gespielter, gut gemachter und vor allem immer wieder überraschender deutscher Film. Regisseurin Sandra Wollner und Kameramann Gregory Oke lassen ihre Einstellungen teilweise minutenlang ungeschnitten stehen. Das entwickelt einen fast hypnotischen Sog. Besonders wirkungsvoll wird dieses Stilmittel in der wohl dramatischsten Szene des Films eingesetzt. Der Trailer (siehe unten) gibt einen kleinen Vorgeschmack. Neben Birgit Minichmayr, die mit ihrer rotzig-patenten Art dem ganzen Drama eine schöne Erdung verpasst, ist vor allem der junge Tristán López eine Entdeckung.

Everytime

EVERYTIME ist ein interessantes filmisches Experiment über Verlust und ausdrücklich kein typischer Trauerfilm. Neben den schauspielerischen Leistungen bleibt die ungewöhnliche Erzählweise im Gedächtnis. Man fragt sich allerdings, ob die Geschichte nicht auch in 45 Minuten gepasst hätte. Immerhin: Bei den Filmfestspielen von Cannes 2026 wurde EVERYTIME als bester Film der Sektion Un Certain Regard ausgezeichnet.

INFOS ZUM FILM

Österreich / Deutschland 2026
124 min
Regie Sandra Wollner

Everytime

alle Bilder © Eksystent Filmverleih

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