Das Ende der Sterne

DAS ENDE DER STERNE

Tiefenentspannt in die Apokalypse

Ab 27. August im Kino

Großteile der Menschheit wurden durch einen Grippevirus dahingerafft. Einer der letzten Überlebenden ist der stets niedlich verwuschelte Hig, gespielt von Jacob Elordi im Lonesome-Cowboy-Modus. Zusammen mit seinem Kumpel, dem Ex-Marine Bangley, haust er auf einem verlassenen Flugplatz in Colorado. Hig kann fast alles reparieren und ist obendrein Pilot. Mit seiner Cessna rattert er gerne durch die Wolken, auf dem Copilotensitz sein Hund Jasper. Das sorgt nicht nur für viele, viele, viele schöne Landschaftsaufnahmen mit fotogener gelber Propellermaschine im Bild, sondern auch für Tiefenentspannung bei Mensch und Tier. Als ihn eines Tages eine geheimnisvolle Funkübertragung erreicht, bricht er zu einer gefährlichen Reise ins Unbekannte auf.

Das Ende der Sterne

Ein paar wichtige Fragen beantwortet DAS ENDE DER STERNE: Der Coca-Cola-Konzern hat gewonnen, in der Zukunft trinkt niemand mehr Pepsi. Fashion wird auch nach der Seuche großgeschrieben: Der abenteuerlustige Mann von morgen kleidet sich ausschließlich in Carhartt und Levi’s. Bei so viel Schleichwerbung geht die beste Nachricht fast unter – the future is a zombie-free zone.

Was überrascht, denn Ridley Scotts Alterswerk erinnert an eine der schlechteren Staffeln von THE WALKING DEAD, nur eben ohne Untote und auf 118 Minuten komprimiert. Hier wie da clashen verschiedene Gesellschaftsformen aufeinander. Mal sind es böse Clans zu Pferd, mal tätowierte Glatzköpfe, die aussehen, als hätten sie sich vom 28 YEARS LATER-Filmset hierher verirrt. Puff, peng – dank Zielfernrohr und Nachtsichtgerät werden Eindringlinge reihenweise ausgeschaltet. Irgendwie kontraproduktiv, wenn man auf der Suche nach anderen Überlebenden ist.

Das Ende der Sterne

Die Romanvorlage von Peter Heller mit dem hübsch umständlichen Titel „Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte“ leiht sich das Grundsetting bei Stephen Kings Klassiker „The Stand“ aus, der Kampf Gut gegen Böse fällt diesmal allerdings etwas kleiner aus. Statt Atombombe knallen nur ein paar Handgranaten.

Während und nach dem feist produzierten Film fragt man sich, was genau das alles soll, denn meditatives Actionkino ist ein Widerspruch in sich selbst und wird höchstens von ein paar asiatischen Regiemeistern beherrscht. DAS ENDE DER STERNE ist dagegen ein Sammelsurium aus Ideen, die nicht zusammenfinden. Tiefpunkt ist eine durchgeknallte Allison Janney in Stewardessenuniform, die einen brenzligen Kurzauftritt als Herrscherin über eine Art religiösen Urlaubsclub hat. Ist genauso gaga, wie es klingt.

Kein Age-Shaming, aber vielleicht ist es für den 88-jährigen Ridley Scott nach dem unterwältigenden GLADIATOR II langsam Zeit, in den Ruhestand zu gehen. Der Mann hat schließlich genug Klassiker für die Ewigkeit gedreht.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „The Dog Stars“
USA / UK 2026
118
Regie Ridley Scott

Das Ende der Sterne

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