FRÜHSTÜCK BEI AUDREY
Rémi muss sich zwischen seiner zum Leben erwachten Sexpuppe und einer echten Frau entscheiden.
Ende der 80er-Jahre, popkulturell keine Blütezeit, gibt es neben Musik von Roxette, Phil Collins und David Hasselhoff auch viele schlechte Filme im Kino. Einer davon heißt „Mannequin“ und handelt von einer zum Leben erwachten Schaufensterpuppe, die zwei jungen Männern den Kopf verdreht. Übrigens nicht zu verwechseln mit „L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn“, in dem zwei ebenfalls junge Männer eine Frau per Computer erschaffen.
Die Idee vom künstlichen Menschen, der zum Leben erwacht, ist seit „Metropolis“ bekannt. Regisseurin Sophie Beaulieu hat sie sich für FRÜHSTÜCK BEI AUDREY ausgeliehen und einen überraschend unterhaltsamen Film daraus gemacht.
Rémi lebt mit einer Sexpuppe zusammen. Außer seiner Schwester weiß niemand von seinem seltsamen Fetisch. Kollegen und Familie denken, er sei mit einer echten Frau verheiratet. Doch dann erwacht Audrey eines Tages – schwupps – zum Leben. Bad Timing: Hat sich Rémi doch gerade Hals über Kopf in seine neue Arbeitskollegin Patricia verliebt.

Eine Komödie, bei der man bereit sein muss, das Unmögliche zu akzeptieren, steht und fällt mit der Besetzung. Der immer gerne gesehene Vincent Macaigne und die wunderbare Cécile de France spielen Rémi und Patricia. Allein das macht den Film sehenswert. Daneben Newcomerin Zoé Marchal, die nicht nur als hübsche Puppe eine gute Figur macht, sondern noch viel besser die misslaunige, ungepflegte Version der immer realer werdenden Frau spielt. Epilieren? Haare stylen? Wozu? Nur um Männern zu gefallen?

„La Poupée“ (Originaltitel) lässt sich wohl am besten mit „schräg, aber süß“ beschreiben. Trotz Hokuspokus: So wäre es wohl wirklich, wenn eine Sexpuppe lebendig würde. Wie geht man mit so einer Situation um? Wie reagieren die Eltern beim peinlich qualvollen Mittagessen? Was sagen die Kollegen, wenn der dickbäuchige Halbglatzenträger plötzlich mit einer viel zu jungen Traumfrau beim Grillabend auftaucht? Den Elefanten im Raum bringt Rémis Schwester auf den Punkt: „Ist das eine russische Nutte?“ Denn wie bitteschön sollte ihr langweiliger Bruder so eine Topfrau abkriegen?
Dass FRÜHSTÜCK BEI AUDREY happy endet, versteht sich von selbst. Bis dahin vergehen die temporeichen 80 Minuten dank trockenen Humors und schöner Absurditäten wie im Flug. Vielleicht kein großes Kino, aber kurzweilige Unterhaltung mit feministischer Botschaft.
INFOS ZUM FILM
Originaltitel „La Poupée“
Frankreich 2025
80 min
Regie Sophie Beaulieu
Kinostart 10. September 2026
alle Bilder © Alamode Film
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