EISERNE WILDNIS – HEART OF THE BEAST
Auch Brad Pitt weiß: Wahre Liebe gibt es nur mit einem Hund.
„Hahaha, Du hast ihn in den Kopf geschossen!“ Wenn sich zwei Männer am Lagerfeuer darüber beömmeln, dass einer von ihnen im Krieg einen Feind in den Kopf geschossen hat, kann Regisseur David Ayer nicht weit sein. Der US-Amerikaner, der als Teenager von seinen Eltern aus dem Haus geworfen wurde und später bei der US-Navy Karriere machte, ist so etwas wie Hollywoods moderne Antwort auf John Ford – ein Regisseur für echte Männerfilme, immer einen halben Schritt davon entfernt, toxisch zu werden.
Bekannt geworden ist Ayer mit Herz aus Stahl und einer ziemlich missglückten Version von Suicide Squad (der von 2016 mit Will Smith). Nun also EISERNE WILDNIS – und schon beim deutschen Titel fragt man sich, ob es nicht auch eine Nummer weniger martialisch geht. Überraschenderweise wird es dann, zumindest in großen Teilen, besser als gedacht. HEART OF THE BEAST (Originaltitel) ist eine geradlinig erzählte, im besten Sinne altmodische Suvival-Story.

James Belmont (Brad Pitt) und Odin sind zusammen durch die Hölle gegangen. Beide haben im Krieg gedient, der eine als Special-Forces-Offizier, der andere als Militärhund. Und wie das nach dem Krieg so ist, leiden beide an PTSD. Jede Nacht kehren die Albträume von Explosionen und Kämpfen zurück. Da hilft nur Ruhe und Natur. Ein Ausflug in die Wildnis Alaskas beginnt romantisch, wird nach einem verheerenden Flugzeugabsturz aber schnell zum Kampf ums Überleben.

Würde Brad Pitt nicht die Hauptrolle spielen, wäre EISERNE WILDNIS höchstens ein C-Picture. Doch die Rolle des Ex-Militärs mit McGyver-Fähigkeiten steht ihm gut. David Ayer und Drehbuchautor Cameron Alexander lassen ihren Star im wahrsten Sinne des Wortes Dreck fressen und von einer Katastrophe in die nächste schlittern. Dadurch bekommt der Film eine ganz eigene Freizeitpark-Dynamik: Vom morschen Baumstamm über der Schlucht geht es in die Wildwasserbahn bis zum Angriff der Killerwölfe. Zum Unglück kommt noch Pech dazu, und Pitt muss beweisen, dass er (fast) alles kann.
Der wahre Star ist natürlich Hund Odin, der mit Prothesenbein und Titan-Gebiss Pitt die Show stiehlt. Bravo, Odin. Kameramann Mauro Fiore fängt das alles in atemberaubenden Bildern ein. Bis auf ein paar künstlich aussehende Greenscreen-Szenen ist EISERNE WILDNIS immer mittendrin in der wilden Natur. Blendet man – vor allem gegen Ende – den ganzen Pathos aus, bleibt ein ordentlich gemachter Abenteuerfilm mit Pitt als sensiblem Macho und einem herausragenden Hundedarsteller. Es gibt Schlimmeres.
INFOS ZUM FILM
Originaltitel „Heart of the Beast“
USA 2026
95 min
Regie David Ayer
Kinostart 24. September 2026

alle Bilder © Sony Pictures
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