Varda par Agnès ● Elisa y Marcela ● Synonymes

Bes­ter Platz im Ber­li­na­le­ki­no am Pots­da­mer Platz: Rei­he 17, Mit­te rechts, viel Bein­frei­heit.
Schlech­tes­ter Platz: Fried­rich­stadt­pa­last, egal wo. Fol­ter.

Varda par Agnès (Varda by Agnès)

Spiel­film­re­gis­seu­rin, Do­ku­men­tar­fil­me­rin, Fo­to­gra­fin, Künst­le­rin: Ag­nès Var­da ist ei­ne ech­te Lot­te und wird oft als Schlüs­sel­fi­gur des mo­der­nen Ki­nos be­zeich­net. Die­ses kurz­wei­li­ge Por­trait er­laubt tie­fe Ein­bli­cke in ihr Schaf­fen und il­lus­triert, wie sie zur In­sti­tu­ti­on des fran­zö­si­schen Ki­nos wur­de. Von den ana­lo­gen Zei­ten der Nou­vel­le Va­gue bis zum di­gi­ta­len Ki­no 2018 – die ge­bür­ti­ge Bel­gie­rin ist als Re­gis­seu­rin schon seit 1954 im Ge­schäft. Var­da par Ag­nès, die be­we­gen­den Le­bens­er­in­ne­run­gen ei­ner fas­zi­nie­ren­den und neu­gie­rig ge­blie­be­nen Frau, die sich im­mer mehr für an­de­re als für sich selbst in­ter­es­siert hat.

Frank­reich 2018
115 min
Re­gie Ag­nès Var­da 

Elisa y Marcela (Elisa und Marcela)

"Zärt­li­che Cou­si­nen" in schwarz-weiß. Die neue Net­flix-Pro­duk­ti­on Eli­sa y Mar­ce­la er­regt ge­ra­de die Ge­mü­ter, weil der Strea­ming-Rie­se es mal wie­der (nach "Ro­ma") ge­wagt hat, ei­nen Ki­no­film zu pro­du­zie­ren, der dann nicht im Ki­no läuft. Aber eben auf der Ber­li­na­le – und dann im Wett­be­werb! Skan­dal!
"Meh­re­re Ki­no­be­trei­ber ha­ben den Aus­schluss des Films aus dem Wett­be­werb der Ber­li­na­le ge­for­dert."
(Ta­ges­spie­gel vom 11.02.2019)
Wor­um geht's? Les­bi­sche Lie­be im erz­ka­tho­li­schen Spa­ni­en des an­ge­hen­den 20. Jahr­hun­derts. Mar­ce­la (Gre­ta Fernán­dez) und Eli­sa (Na­ta­lia de Mo­li­na) fei­er­ten 1901 die ers­te gleich­ge­schlecht­li­che Hei­rat in Eu­ro­pa. Na­tür­lich nicht ein­fach so als Braut und Braut – Mar­ce­la nahm die Iden­ti­tät ei­nes Man­nes an, um ih­re Freun­din zu hei­ra­ten. Auch die­ser Film ba­siert auf ei­ner wah­ren Ge­schich­te.
Wenn Ro­ma Kunst ist, dann ist Eli­sa y Mar­ce­la bes­ten­falls Kunst­hand­werk. Die Bild­kom­po­si­tio­nen er­in­nern oft an kit­schi­ge Ka­len­der­fo­tos. Und vie­les, was er­grei­fend ge­meint ist, wirkt un­frei­wil­lig ko­misch. Das Pres­se­pu­bli­kum kom­men­tier­te vor al­lem die soft­por­no­gra­fi­schen Lie­bes­sze­nen, bei de­nen ein to­ter Ok­to­pus, Al­gen und na­tür­lich die un­ver­meid­li­che, über den Kör­per rin­nen­de Milch ei­ne Rol­le spie­len, mit hä­mi­schem Ge­läch­ter. Bei all der Auf­re­gung um Net­flix vs. Ki­no hat es doch ei­nen gro­ßen Vor­teil, den Film on­line schau­en zu kön­nen: Ein­fach vor­spu­len zur ge­lun­ge­ne­ren zwei­ten Hälf­te von Eli­sa y Mar­ce­la.

Spa­ni­en 2018
113 min
Re­gie Isa­bel Coixet

Synonymes (Synonyme)

Dies ist die Ge­schich­te ei­nes jun­gen Is­rae­lis in Pa­ris. Yo­av will sei­ne Wur­zeln ab­schla­gen, nichts soll mehr an sei­ne Ver­gan­gen­heit er­in­nern. Er wei­gert sich, auch nur ein ein­zi­ges he­bräi­sches Wort zu spre­chen. Wie er mit sei­nem nied­lich-de­bil-gei­len Ge­sichts­aus­druck, fran­zö­si­sche Vo­ka­beln brab­belnd, durch die Stra­ßen von Pa­ris irrt, er­in­nert er fast ein biss­chen an Joey Heind­le, der den Weg zum Dschun­gel­te­le­fon sucht. Syn­ony­mes ist ei­ner der Fil­me, bei de­nen man sich zwi­schen­durch fragt: Was ge­nau soll das? Es ist mehr ei­ne An­ein­an­der­rei­hung von Be­ge­ben­hei­ten, als ein struk­tu­rier­ter Film. Doch ge­nau das hat ei­nen schrä­gen Un­ter­hal­tungs­wert.

Frank­reich / Is­ra­el / Deutsch­land 2019 
123 min
Re­gie Na­dav La­pid