Together

TOGETHER – UNZERTRENNLICH

Together

TOGETHER – UNZERTRENNLICH

Fängt sehr gut an, kann das Niveau aber nicht halten. Nicht ganz rundes Horrorfilmdebüt mit Alison Brie und Dave Franco.

Ab 31. Juli 2025 im Kino

Eine Freundin erzählte mal, dass sie bei Framerates Lieblingsfilm Once Upon a Time in Hollywood vorzeitig das Kino verlassen habe, weil sie sich den guten Film nicht durch das Ende kaputtmachen lassen wollte. Der Hinweis, Sharon Tate würde in dieser Märchenversion der tragischen Geschichte um die Manson-Morde eben nicht sterben, hat sie dann zu einem zweiten Kinobesuch bewegt. Was diese etwas zu lange und nicht unbedingt rasend interessante Anekdote mit TOGETHER zu tun hat? Insofern nichts, als dass der Film wenig Chancen hat, irgendjemandes neuer Lieblingsfilm zu werden. Aber die Idee, das Kino nach zwei Dritteln zu verlassen – die ist hier tatsächlich eine Empfehlung.

Together

Bei Millie (Alison Brie) und Tim (Dave Franco) ist der Wurm drin: Der letzte Sex ist Monate her, sie will Grundschullehrerin auf dem Land werden, er träumt vom Rockstar-Leben. Obwohl die Spießerin und der Schluffi auf den ersten Blick ein Mismatch sind (im wahren Leben sind Alison Brie und Dave Franco verheiratet), ist trotzdem Liebe im Spiel. Also verabschieden sie sich von ihren coolen Großstadtfreunden und ziehen aufs Land. Bei einer Erkundungstour geraten sie in ein Unwetter und stürzen mitten im Wald in ein großes Loch. Als ob er auf den Kopf gefallen wäre, beschließt Tim in der unterirdischen Höhle, Wasser aus einem mysteriösen See zu trinken. Kurz darauf verändert sich die Beziehung zwischen Millie und Tim auf dramatische Weise. Sie wachsen buchstäblich aneinander. Nähe 2.0.

Together

TOGETHER fängt großartig an. Seit Talk to Me nicht mehr so gegruselt im Kino. Die ersten 60 Minuten sind eine unheimliche und oft erschreckende Zitatensammlung von John Carpenters Das Ding aus einer anderen Welt, Midsommar und The Substance. Das ist clever gemacht und schön zum Fürchten. Trotz der bekannten Vorlagen ist TOGETHER vor allem eins: überraschend. Man weiß nie, wohin sich die Geschichte entwickeln wird.

Together

Doch dann ändert sich die Tonalität. Es scheint fast so, als hätte ein Testpublikum entschieden, der Film brauche mehr Slapstick-Humor. Nichts dagegen, passt hier nur leider gar nicht. Und irgendwann ist dann auch der Überraschungseffekt verpufft: Auf den letzten Metern passiert genau das, was man eh erwartet hat. Schade. Dass der dritte Akt trotzdem Spaß macht, liegt an den ausgezeichneten Bodyhorror-Effekten. Die sind hübsch analog und tun beim Zuschauen fast körperlich weh.

Schauspielerisch ist das alles solide, nur bei Dave Franco reicht es für die großen dramatischen Szenen nicht ganz. Vielleicht ist TOGETHER tatsächlich ein Film, den man sich besser zu Hause anschaut – und dann einfach vor dem Ende abschaltet.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Together“
Australien / USA 2025
102 min
Regie Michael Shanks

Together

alle Bilder © LEONINE Studios

JETZT ZUM NEWSLETTER ANMELDEN