JOHN WICK: KAPITEL 3

Im Ber­li­ner Zoo­pa­last gibt es be­kannt­lich die bes­te Be­stuh­lung. Be­son­ders zu emp­feh­len: Ki­no 2. Da las­sen sich die Sit­ze elek­trisch ver­stel­len und auf Knopf­druck bei­na­he in Schlaf­po­si­ti­on brin­gen. Für den Zu­schau­er an­ge­nehm, denn ist der Film mal et­was zäh, ist zwi­schen­durch we­nigs­tens ein an­stän­di­ges Ni­cker­chen drin. Apro­pos: In „John Wick: Ka­pi­tel 3“ reiht sich ei­ne Kampf­sze­ne an die nächs­te, das hört und hört nicht auf. Ge­wohnt per­fekt cho­reo­gra­fiert, be­son­ders ein spek­ta­ku­lä­res Mes­ser­du­ell hat es in sich, aber die un­end­lich in die Län­ge ge­zo­ge­nen Met­ze­lei­en er­mü­den auf Dau­er. Der Film wirkt wie das zu lang ge­ra­te­ne Show­re­el ei­ner Stun­tagen­tur (nicht über­ra­schend, Re­gis­seur Chad Sta­hel­ski war frü­her selbst Stunt­man).

Die Sto­ry knüpft naht­los ans En­de des zwei­ten Teils an: Auf John Wick ist ein Kopf­geld in Hö­he von 14 Mil­lio­nen Dol­lar aus­ge­setzt. Das bie­tet di­ver­sen Kri­mi­nel­len An­lass (New York scheint un­end­lich vie­le da­von zu ha­ben), Jagd auf den Ti­tel­hel­den zu ma­chen. Viel mehr pas­siert in 128 Mi­nu­ten nicht. Da­ge­gen war der auch nicht ge­ra­de kom­ple­xe Ra­che­plot für den ge­tö­te­ten Hund im ers­ten Teil noch um ei­ni­ges ori­gi­nel­ler.

Ke­a­nu Ree­ves macht, was er am bes­ten kann: schwar­ze An­zü­ge tra­gen und grim­mig aus der Wä­sche gu­cken. Soll sich aber kei­ner be­schwe­ren, denn der drit­te (und si­cher nicht letz­te) Teil der John Wick Sa­ga lie­fert ge­nau das, was Fans er­war­ten – je­de Men­ge sty­li­sche, vi­su­ell krea­tiv um­ge­setz­te Kampf­sze­nen.

FAZIT

Trotz Au­gen­fut­ter – bei ei­ner Lauf­zeit von über zwei Stun­den gibt es zwi­schen­durch spür­ba­re Län­gen.

Ori­gi­nal­ti­tel "John Wick: Chap­ter 3 – Pa­ra­bel­lum"
USA 2019
128 min
Re­gie Chad Sta­hel­ski
Ki­no­start 23. Mai 2019