Mackie Messer – Brechts 3Groschenfilm

BER­LI­NER MU­SI­CAL

Bert­holt Brechts „Die Drei­gro­schen­oper“ ist En­de der 20er-Jah­re ein welt­wei­ter Hit. Des­halb soll das Stück fürs Ki­no ver­filmt wer­den. Doch der selbst­be­wuss­te Brecht (Lars Ei­din­ger) ver­langt, dass es nach sei­nen Re­geln läuft: der Film muss ra­di­kal und kom­pro­miss­los wer­den. Sei­ne fik­ti­ve Film­ver­si­on er­zählt zwar auch vom Kampf des Lon­do­ner Gangs­ters Ma­cheath (To­bi­as Mo­ret­ti) ge­gen den Chef der Bett­ler­ma­fia Peachum (Joa­chim Król), un­ter­schei­det sich aber dra­ma­tisch von der Büh­nen­vor­la­ge. Zu vie­le Än­de­run­gen, die Pro­duk­ti­ons­fir­ma will dem nicht fol­gen. Nach Brechts Mei­nung hat sie aber oh­ne­hin nur den schnö­den Mam­mon im Sinn. Al­so zieht er vor Ge­richt, um sein Recht als Au­tor durch­zu­set­zen.

MACHART

We­nigs­tens hat sich Re­gis­seur Lang was ge­traut. In ei­nem ge­wag­ten Kunst­griff lässt er Brecht aus­schließ­lich in sei­nen ei­ge­nen Wor­ten spre­chen: Al­les, was die­ser im Film sagt, be­ruht auf Zi­ta­ten. Das mag zwar ganz lehr­reich sein, wirkt aber stel­len­wei­se sehr auf­ge­setzt. Die lei­der viel zu lan­ge (130 Mi­nu­ten) Ver­fil­mung des „Dreigroschen“-Werks bie­tet, ne­ben aus­ge­zeich­ne­ter Be­set­zung und teil­wei­se pep­pi­ger In­sze­nie­rung, auch ei­ne et­was ir­ri­tie­ren­de Fern­seh­bal­lett­cho­reo­gra­fie. Oder ist das iro­nisch ge­meint?

FAZIT

Brecht goes Mu­si­cal. Wun­der­ba­re Schau­spie­ler, gu­ter Look, mo­der­ne Bild­spra­che – aber es zieht sich ge­wal­tig.

Deutschland, 2018
Regie Joachim A. Lang
136 min
Kinostart 13. September 2018