PARASITE

Fa­mi­lie Kim haust in ei­ner ver­siff­ten Kel­ler­woh­nung. Erst als Sohn Ki-woo ei­nen Job als Nach­hil­fe­leh­rer bei den stein­rei­chen Parks er­gat­tert, wen­det sich das Blatt. Schnell ka­piert er, dass vor al­lem Frau Park aus­ge­spro­chen leicht­gläu­big ist. Durch Trick­se­rei­en ge­lingt es ihm, sei­ne Schwes­ter als Kunst­er­zie­he­rin, sei­nen Va­ter als Chauf­feur und spä­ter sei­ne Mut­ter als Haus­häl­te­rin in die Fa­mi­lie ein­zu­schleu­sen. Bald sind die Kims un­ver­zicht­bar für ih­re neu­en Herr­schaf­ten. Doch statt ser­vi­ler „Down­ton Abbey“-Dienerschaft nis­tet sich ei­ne pa­ra­si­tä­re Ver­bre­cher­ban­de ins Haus der Parks ein.

An­ge­sichts des Ti­tels könn­te das neue Werk von Bong Joon Ho („The Host“, „Snow­pier­cer“, „Ok­ja“) auch ein Hor­ror-Film sein. Doch der Pa­ra­sit ist in die­sem Fall kein schlei­mi­ges Ekel­vieh, son­dern der Mensch selbst. Ka­pi­ta­lis­mus­kri­tik, ver­packt in ei­ne Me­ta­pher: Die ar­men Kims le­ben buch­stäb­lich ganz un­ten in ei­nem wan­zen­ver­seuch­ten Loch, wäh­rend die rei­chen Parks ganz oben in ei­nem Traum aus Glas und Be­ton re­si­die­ren. Wer am En­de der wah­re Pa­ra­sit ist, bleibt In­ter­pre­ta­ti­ons­sa­che.

„Pa­ra­si­te“ steckt vol­ler Über­ra­schun­gen: Cle­ve­re Gau­ner­ge­schich­te, biss­si­ge Ge­sell­schafts­sa­ti­re und span­nen­der Thril­ler. Als Zu­schau­er weiß man nie ge­nau, wo­hin sich der Film ent­wi­ckelt. Wie schon die vor­he­ri­gen Ar­bei­ten des Re­gis­seurs, ist auch "Pa­ra­si­te" wun­der­schön fo­to­gra­fiert und mit viel Stil­ge­fühl aus­ge­stat­tet.

FAZIT

Die bril­lan­te Gen­re­mi­schung ist zu Recht der Gol­de­ne Pal­me Ge­win­ner von Can­nes 2019.

Ori­gi­nal­ti­tel "Gis­aeng­chung"
Süd­ko­rea 2019
131 min
Re­gie Bong Joon Ho
Ki­no­start 17. Ok­to­ber 2019