Der Held vom Bahnhof Friedrichstrasse

DER HELD VOM BAHNHOF FRIEDRICHSTRASSE

Der Held vom Bahnhof Friedrichstrasse

DER HELD VOM BAHNHOF FRIEDRICHSTRASSE

Wolfgang Beckers letzter Film erzählt eine komplett ausgedachte Geschichte, die so nett verdreht ist, dass man sie glatt für wahr halten könnte.

Ab 11. Dezember 2025 im Kino

Schon 2019 waren Videotheken fast vollständig aus dem viel zitierten Stadtbild verschwunden. Micha Hartung (Charly Hübner) bemerkt zu spät, dass seine Branche am Ende ist. Doch dann steht eines Tages ein Journalist (Leon Ullrich) in seinem Laden: Ausgerechnet Hartung soll in den frühen Achtzigern eine spektakuläre DDR-Massenflucht ausgelöst haben. Angeblich hat er eine S-Bahn-Weiche manipuliert und damit 127 Menschen ungeplant nach West-Berlin geschickt. In Wahrheit war es ein banaler Defekt, aber die Presse macht daraus eine große Heldenstory. Und weil so eine Geschichte gut klickt, nimmt der Rummel seinen Lauf. Paula, die als Kind in dieser unfreiwillig umgeleiteten S-Bahn saß (als Erwachsene von Christiane Paul gespielt), wird durch den Artikel auf ihren vermeintlichen Fluchthelfer aufmerksam.

Der Held vom Bahnhof Friedrichstrasse

Berühmtsein macht eitel: Charly Hübner zeigt schön, wie ein Mann, der eigentlich nirgends hinwill, plötzlich in Talkshows sitzt und in seiner Rolle ein bisschen zu sehr aufgeht. Dass Hartung beim ersten TV-Auftritt gleich super souverän wirkt und mit der ebenfalls geladenen (echten) Kati Witt flirtet, ist vielleicht nicht ganz glaubwürdig, aber geschenkt. Es ist – wie so oft bei Becker – ein komödiantisches Märchen. Da ist eine gute Pointe wichtiger als dokumentarische Exaktheit.

Der Held vom Bahnhof Friedrichstrasse

Maxim Leos Romanvorlage erzählt eine Geschichte, wie sie dem Das Leben ist eine Baustelle-Regisseur gefällt: Der Kampf des Losers gegen den Wahnsinn in dieser Welt. Becker, der mit Good Bye, Lenin schon einmal DDR-Geschichte charmant verbogen hat, spielt erneut mit Ostalgie und erfundenen Wahrheiten. Mehrmals fragt man sich während des Films, ob nicht doch was dran ist und man sich nur nicht erinnern kann. Kein Wunder, dass bei Google eine der Top Suchanfragen zum Helden der Friedrichstraße „wahre Geschichte“ ist.

Der Held vom Bahnhof Friedrichstrasse

Becker verstarb im Dezember 2024, bevor er den Film fertigstellen konnte. Regiefreund Achim von Borries und Produzent Stefan Arndt haben das Projekt für ihn vollendet; man spürt, dass hier auch ein Abschiedswerk entstanden ist. Die Besetzungsliste liest sich wie eine kleine Hommage: Christiane Paul, Jürgen Vogel, Daniel Brühl, Peter Kurth – viele Weggefährten in teils kleinsten Nebenrollen. Dass so viele vertraute Gesichter auftauchen, macht die Komödie zu einer letzten Verbeugung vor dem großen Regisseur.

INFOS ZUM FILM

Deutschland 2025
112 min
Regie Wolfgang Becker

Der Held vom Bahnhof Friedrichstrasse

alle Bilder © X VERLEIH

JETZT ZUM NEWSLETTER ANMELDEN

Element of Crime in Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin

ELEMENT OF CRIME IN WENN ES DUNKEL UND KALT WIRD IN BERLIN

Element of Crime in Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin

ELEMENT OF CRIME IN WENN ES DUNKEL UND KALT WIRD IN BERLIN

Schauspieler Charly Hübner ist Fanboy: Mit WENN ES DUNKEL UND KALT WIRD IN BERLIN macht er Element of Crime eine Liebeserklärung.

Ab 01. Oktober 2024 im Kino

Framerate nimmt seinen Bildungsauftrag ernst, deshalb hier ein paar schlaue Fakten: Element of Crime wurde 1985 in West-Berlin gegründet. Der Bandname ist inspiriert vom Debütfilm des dänischen Regisseurs Lars von Trier. Wer hätte es gewusst? Anfangs war die Band deutlich englisch geprägt, sowohl in ihren Texten als auch musikalisch und orientierte sich stark am britischen Gitarrenrock. 1991 wechselte sie mit dem Album Damals hinterm Mond zur deutschen Sprache. Dieser Schritt markierte einen Wendepunkt: Element of Crime fand ihren unverkennbaren Stil, geprägt von lakonischen, teils sarkastischen Texten, melancholischen Melodien und Sven Regeners charakteristischen Trompetenklängen.

Element of Crime in Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin

Element of Crime kann man nicht nebenher hören“, sagt Musikerin Nora Stein. „Man muss den wunderschönen Texten zuhören.“ Sven Regener, Gitarrist Jakob Ilja und Schlagzeuger Richard Pappik haben mit ihren Songs viele junge Musiker beeinflusst. Das ist dann auch die schönste Idee von Regisseur Hübner: Er begleitet die Band nicht nur auf ihrer kleinen Tour durch Berlin, interviewt die Musiker und Weggefährten, streut Archivbilder der geteilten Stadt ein (alles so schön grau hier), sondern bietet auch den Nachfolgern der Elements eine Bühne. Von Wegen Lisbeth, Steiner & Madlaina, Isolation Berlin – die Jungen sind mindestens so aufregend wie ihre Vorbilder.

Element of Crime in Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin

WENN ES DUNKEL UND KALT WIRD IN BERLIN ist vor allem ein Musikfilm: Ein Großteil der 90 Minuten besteht aus Konzertmitschnitten. Das sollte man wissen – Wer mit der Musik von Element of Crime nichts anfangen kann, wird wenig Freude an Hübners Film haben. Fans werden es dagegen lieben. Frontmann Sven Regener, der auch als Autor des Romans Herr Lehmann bekannt wurde, prägt die Band durch seine einzigartige Art, das alltägliche Scheitern und die bittersüßen Momente des Lebens zu besingen. Dabei schwingt stets ein ironisches Augenzwinkern mit – ganz nach dem Motto: Das Leben ist zwar tragisch, aber oft auch sehr komisch.

INFOS ZUM FILM

Deutschland 2024
95 min
Regie Charly Hübner

Element of Crime in Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin

alle Bilder © DCM

JETZT ZUM NEWSLETTER ANMELDEN