Clown in a Cornfield

CLOWN IN A CORNFILED

Clown in a Cornfield

CLOWN IN A CORNFILED

CLOWN IN A CORNFIELD ist ein leidenschaftliches Plädoyer für das endgültige Berufsverbot von Clowns.

Ab 29. Mai 2025 im Kino

Hat sich schon mal irgendwer wirklich über Clowns amüsiert? Oder ist das Lachen nicht vielmehr Ausdruck wachsender Panik? Erwachsene Menschen, hinter weißer Schminke und grotesk rotem Grinsen versteckt, die mit übergroßen Schuhen und Ballonhosen schon Kindern das Fürchten lehren. Warum also nicht zwei Klassiker des Horrorgenres miteinander verbinden? Ein Maisfeld – Ort der Bedrohung in Dutzenden von Filmen – und Killerclowns. Die Idee ist so naheliegend wie ein Bergsteigerfilm in den Alpen.

Clown in a Cornfield

Die junge Quinn (Katie Douglas) zieht mit ihrem Vater (Aaron Abrams) in ein abgelegenes Nest irgendwo in einem Flyover-State im Mittleren Westen der USA. Ausgerechnet ein Clown ist das Maskottchen der Kleinstadt – Frendo ziert seit Jahrzehnten die Flaschen des Kornsirups, der vor Ort hergestellt wird.

An der neuen Schule lässt sich Quinn zielsicher mit genau den Kids ein, vor denen sie der Sheriff des Ortes gewarnt hat: Die bedeuten nur Ärger. Denn die Teenager haben nicht nur einen YouTube-Channel, auf dem sie regelmäßig selbstgedrehte Filme mit einem Killerclown hochladen – sie stehen auch im Verdacht, die Fabrik abgefackelt zu haben, in der ein Großteil der Anwohner ihr Geld verdient hat.

Clown in a Cornfield

Kleiner Spoiler: Eigentlich müsste es Clowns heißen, denn in Eli Craigs Slasher-Komödie wetzt gleich ein ganzes Heer der Rotnasen die Messer. Dabei sorgen die überschaubar blutigen Mordszenen weder für allzu große Schockmomente noch für echten Horror – der Film funktioniert besser als Komödie. Dass die Teenagergruppe aus Außenseiter, Beau, Schulschönheit, Nerd, Dummchen und Sportler jedes Klischee bedient, ist natürlich gewollt. Und wenn sich die Figuren darüber lustig machen, dass sie gerade Opfer in einem Horrorfilm sind – den Gag hat Scream bis zur Erschöpfung ausgereizt –, ist das zwar nicht neu, die Selbstironie funktioniert aber trotzdem. Die Dialoge sind erfrischend witzig, und die bislang unbekannten Schauspieler machen ihre Sache gut. Erstaunlich, dass der Film unter einer Million Dollar gekostet hat – das sieht man ihm nicht an. Wer sich CLOWN IN A CORNFIELD mit nicht allzu hohen Erwartungen anschaut, wird überrascht, wie unterhaltsam Clowns sein können.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Clown in a Cornfield“
USA 2025
97 min
Regie Eli Craig

Clown in a Cornfield

alle Bilder © Constantin Film

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Terrifier 3

TERRIFIER 3

Terrifier 3

TERRIFIER 3

Schnipp, schnapp, Rübe ab! Morgen ist Halloween und das bedeutet: Zeit für blutrünstige Serienkiller. Art the Clown testet in TERRIFIER 3 erneut die Grenzen des Zumutbaren aus.

Ab 31. Oktober 2024 im Kino

Wer Freude an abgehackten Gliedmaßen oder Kettensägen, die sich durch Leiber fräsen, und schrecklichen Folterszenen hat, der sollte sich TERRIFIER 3 unbedingt ansehen. Mehr zerstückeln geht nicht. Apropos zerstückeln: Rein schnitttechnisch betrachtet ist Damien Leones neuer Film ein echter Flickenteppich. Als hätte der Cutter seine Berufsbezeichnung zu wörtlich genommen, scheint zumindest die erste Hälfte aus mindestens fünf verschiedenen Kurzfilme zu bestehen – von fünf Regisseuren inszeniert, die sich nicht miteinander abgesprochen haben. Ursprünglich gab es laut Damien Leone mal eine 3-Stunden-Version, die aber dann um fast eine Stunde gekürzt wurde. Auch mit „nur“ 125 Minuten Lauflänge ist die jetzige Fassung keine Sekunde zu lang. Scherz.

Terrifier 3

Bad acting gehört bei Slasherfilmen zum guten Ton. In TERRIFIER 3 spielt vor allem einer der jugendlichen Darsteller so grottig, dass es schon fast wehtut. Ebenfalls schlimm ist der Soundtrack: Das serielle Abschlachten wird von einem Klangteppich begleitet, der wie die Hintergrundmusik in einem Massagesalon klingt.

Terrifier 3

Immerhin sieht das Gemetzel gut aus: Wurden Teil 1 und 2 noch jeweils für lachhafte 250.000 $ produziert, stand diesmal das vergleichsweise sagenhafte Budget von 2 Mio. $ zur Verfügung. Und das sieht man. Deshalb gibt’s zwei Punkte für die schön handgemachten Splattereffekte und ein paar echt gelungene Scherze vom zynischen Killerclown. Ansonsten: nur für Fans.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Terrifier 3“
USA 2024
125 min
Regie Damien Leone

Terrifier 3

alle Bilder © Tiberius Film

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JOKER

„Joker“, oder das Gegenteil von schönen Menschen in schöner Umgebung. Dieser Film macht keine gute Laune – und trotzdem: „Joker“ ist überraschend unterhaltsames, großes Kino. 

Gotham City, Anfang der 1980er Jahre, eine verbrecherische, korrupte Stadt in Aufruhr. Hier lebt Arthur Fleck mit seiner schwerkranken Mutter Penny in einer verwahrlosten Mietskaserne. Ein einsamer, gequälter Mann. Der Berufsclown leidet unter dem unkontrollierten Drang, zu den unpassendsten Gelegenheiten in irres Gelächter auszubrechen. Schuld ist eine in der Kindheit erlittene Gehirnverletzung. Eine erklärende Karte, vorbildlich laminiert, reicht Arthur bei passender Gelegenheit seinem irritierten Gegenüber. Als er von Teenagern auf offener Straße zusammengeschlagen und später in der U-Bahn verspottet wird, brennen bei dem Außenseiter die Sicherungen durch. Ein Clown sieht rot.

Düster, bedrohlich und die mutigste Comicverfilmung seit „The Dark Knight“.  Regisseur Todd Phillips nimmt sich jede Menge Zeit für die Entwicklung seiner sich kontinuierlich abwärts drehenden Spirale in den Wahnsinn. Joaquin Phoenix spielt die tragische Figur des Arthur Fleck phänomenal. Für die Rolle hat Phoenix dramatisch abgenommen, sein skelettartiger Körper sieht überzeugend furchterregend aus. Die Kombination aus komplett irrem Lachen und bulimischer Figur sollte auf jeden Fall für eine Oscarnominierung reichen. Dagegen wirkt Heath Ledgers legendäre Interpretation des ewigen Batman-Widersachers beinahe gesund und unbeschwert. In einer Nebenrolle glänzt Robert de Niro als Johnny Carson-Verschnitt. Eine Besetzung auf Metaebene, erinnert „Joker“ doch in weiten Teilen an Scorseses großen Kinoerfolg von 1976 „Taxi Driver“, damals mit dem jungen de Niro in der Hauptrolle.

FAZIT

Düstere Charakterstudie statt strahlend bunter Superhelden. Gelungene Comicverfilmung, nichts für Eskapisten.

Originaltitel „Joker“
USA 2019
122 min
Regie Todd Philips
Kinostart 10. Oktober 2019