CRAWL

Da kann Gre­ta Thun­berg mit noch so schma­len Au­gen pre­di­gen – das Kli­ma geht un­auf­halt­sam wei­ter den Bach run­ter. Kein Wun­der, dass bei all den Hur­ri­kans und sint­flut­ar­ti­gen Re­gen­güs­sen auch die Tier­welt durch­dreht.

Der Ame­ri­ka­ner hat ei­ne ab­sto­ßen­de ar­chi­tek­to­ni­sche Ei­gen­art: An­stel­le ei­nes ge­schei­ten Un­ter­ge­schos­ses mit ge­mau­er­ten Wän­den, Licht und Par­ty­kel­ler baut er sei­ne Papp­häu­ser oft auf ein paar pri­mi­ti­ve Stein­säu­len. So bleibt statt des Fun­da­men­tes nur der so­ge­nann­te Crawl­space, ei­ne ge­bückt be­geh­ba­re Lü­cke zwi­schen Erd­reich und Un­ter­bo­den. Dar­in ver­birgt sich ne­ben der Strom- und Gas­lei­tung auch al­ler­hand Ge­tier. Aber was hat Kli­ma­wan­del mit Haus­bau zu tun?

Ein Sturm tobt an der Küs­te Flo­ri­das, Land un­ter. Ha­ley igno­riert al­le Auf­ru­fe zur Eva­ku­ie­rung – ihr Va­ter wird ver­misst. Sie macht sich auf die Su­che und fin­det ihn schließ­lich schwer ver­letzt im Crawl­space un­ter sei­nem Haus. Die Zeit, ihn zu ret­ten, wird im­mer knap­per. Das Was­ser steigt und ne­ben Rat­ten und Spin­nen kriecht noch ei­ne wei­te­re, weit­aus grö­ße­re Ge­fahr da un­ten. Crawl in mehr­fa­cher Hin­sicht.

Ein Ver­gleich mit „Jaws“ drängt sich auf, auch dort wird der Mensch zur Beu­te ei­nes wü­tend schnap­pen­den Un­tiers. Re­gis­seur Aja in­sze­niert sei­nen ata­vis­ti­schen Hor­ror-Thril­ler oh­ne Fir­le­fanz, kommt schnell zur Sa­che und nervt nicht mit Me­ta­ebe­ne und Sub­text. So schön kann Gen­re­ki­no sein. 

FAZIT

Ist das al­les lo­gisch? Nö, da­für aber ex­trem span­nend.

Ori­gi­nal­ti­tel „Crawl“
USA 2019
88 min
Re­gie Alex­and­re Aja
Ki­no­start 22. Au­gust 2019