15 LIEBESBEWEISE
Ab 04. Dezember 2025 im Kino
Paris, 2014. Die Tontechnikerin und DJ Céline erwartet ihr erstes Kind – doch schwanger ist sie nicht. In wenigen Monaten wird ihre Frau Nadia eine Tochter zur Welt bringen. Trotz der „Ehe für alle“ muss Céline dem Staat mit 15 persönlichen Briefen aus dem Freundes- und Familienkreis beweisen, dass sie ihrer Rolle als Adoptivmutter gewachsen ist. Ein solcher Bericht von Célines eigener Mutter, der bekannten Pianistin Marguerite Orgen, wäre besonders wertvoll. Doch zwischen den beiden Frauen herrscht seit Längerem Funkstille.
Ein schlechteres Drehbuch hätte aus dem Einsammeln dieser Liebesbeweise eine vorhersehbare Komödie gemacht – in Deutschland vermutlich artig kapitelweise abgearbeitet: erst der beste Freund, dann die Kollegin, anschließend die Eltern usw. Spätestens nach dem fünften Kapitel hätte man genug gesehen.
Regisseurin Alice Douard aber wählt einen völlig anderen Ansatz. Wie ihre Heldin bekam auch sie ihr erstes Kind, ohne es selbst auszutragen – und musste es adoptieren. Sie erzählt also nicht nur eine persönliche Geschichte, sie verzichtet auch bewusst auf das Abzählen der „15 Liebesbeweise“. Der deutsche Titel führt hier eher in die Irre; das französische Original „Des preuves d’amour“ („Beweise der Liebe“) bleibt nicht ohne Grund vager. Douard interessiert sich stärker für die Beziehungsdynamik: die kleinen Streitereien und Liebesspiele, die Aufregung, Vorfreude und Panik des Elternwerdens. Parallel rückt sie die schwierige Beziehung zwischen Céline und ihrer lebenslang abwesenden Mutter ins Zentrum.
Ella Rumpf und Monia Chokri sind großartig. Noch bemerkenswerter ist, wie leichtfüßig der Film bleibt. Endlich einmal kein homosexuelles Drama voller Tränen und Tragödien. 15 LIEBESBEWEISE verströmt Leichtigkeit, Romantik und Mut – und sein Humor dürfte auch ein heterosexuelles Publikum abholen. Damit hat der Film das Potenzial, über die Off-Kinos hinaus ein Publikumserfolg zu werden.
INFOS ZUM FILM
Originaltitel „Des preuves d’amour“
Frankreich 2025
97 min
Regie Alice Douard
alle Bilder © Luftkind Filmverleih/Films That Matter








