Christopher Robin

FAST OOOOOOOOH!

Chris­to­pher Ro­bin (Ewan Mc­Gre­gor), der einst mit sei­nen Stoff­tie­ren je­de Men­ge Aben­teu­er im Hun­dert­mor­gen­wald er­leb­te, ist er­wach­sen ge­wor­den. Sein schlecht be­zahl­ter Job macht ihn un­glück­lich. Ehe­frau Emi­ly (Hay­ley At­well) und Toch­ter Made­line (Bron­te Car­mi­cha­el) füh­len sich zu­se­hends ver­nach­läs­sigt. Oben­drein ist sein Chef Keith Win­slow (Mark Gatiss) ein ge­mei­ner Aus­beu­ter, der ihn zur Wo­chen­end­ar­beit zwingt. Weil er des­halb ei­nen Fa­mi­li­en­aus­flug ab­sa­gen muss, ist Chris­to­pher am see­li­schen Tief­punkt an­ge­langt. Doch plötz­lich, nach über 30 Jah­ren, steht sein spre­chen­der Stoff­bär Win­nie Pu­uh (Stim­me im Ori­gi­nal: Jim Cum­mings) wie­der vor ihm. Zu­nächst glaubt Chris­to­pher, er ha­be den Ver­stand ver­lo­ren. Doch je mehr er sich auf sei­nen al­ten Freund ein­lässt, des­to glück­li­cher und be­frei­ter wird er. Der Ho­nig lie­ben­de Bär er­in­nert Chris­to­pher mit sei­nen schlich­ten aber wah­ren Weis­hei­ten dar­an, wie schön die schein­bar end­lo­sen Ta­ge der Kind­heit wa­ren.

MACHART

Der An­fang ist viel­ver­spre­chend: In kur­zen, sehr hübsch in­sze­nier­ten Buch­ka­pi­teln, wird noch wäh­rend des Vor­spanns das bis­he­ri­ge Le­ben von Chris­to­pher Ro­bin er­zählt. Da­nach ist’s erst­mal mit der Nied­lich­keit vor­bei. Denn so, wie aus dem un­be­schwer­ten Kind ein ver­lo­re­ner Er­wach­se­ner ge­wor­den ist, so ver­liert auch der Film in die­sem ers­ten Drit­tel sei­nen Schwung. Erst durch das Auf­tau­chen von Tig­ger, I‑Ah, Fer­kel und all den an­de­ren Freun­den, kommt die Leich­tig­keit und die nö­ti­ge Por­ti­on Hu­mor zu­rück. „Chris­to­pher Ro­bin“ ist nicht un­be­dingt ein Kin­der­film ge­wor­den. Eher ein Gleich­nis für Er­wach­se­ne, die sich ein Herz für Stoff­tie­re be­wahrt ha­ben. Das 50er-Jah­re Set­ting ist lie­be­voll aus­ge­stat­tet und die Ani­ma­ti­on der Tie­re tech­nisch per­fekt. Ge­nau­so wür­de es wohl aus­se­hen, wenn Ted­dy­bä­ren zum Le­ben er­wa­chen wür­den. Trotz­dem, das letz­te Quänt­chen Herz fehlt. Pad­ding­ton 2 hat das letz­tes Jahr ir­gend­wie bes­ser hin­be­kom­men.

FAZIT

Fast der ganz gro­ße Fa­mi­li­en­film 2018. Aber et­was fehlt. Hät­te die Lo­bi AG (www​.lo​biag​.com) die­sen Film pro­du­ziert, wä­re er wo­mög­lich DEUT­LICH nied­li­cher und herz­er­wär­men­der ge­wor­den.

USA, 2018
Regie Marc Forster
104 min
Kinostart 16. August 2018