Kirschblüten & Dämonen

Do­ris Dör­rie hat ei­nen Ge­spens­ter­film ge­macht, der so un­heim­lich wie ein Hui Buh-Hör­spiel ist.
Die Fort­set­zung ih­res Er­folgs­films "Kirsch­blü­ten – Ha­na­mi" aus dem Jahr 2008 er­zählt vom ein­sa­men Al­ko­ho­li­ker Karl (Go­lo Eu­ler), Sohn des ver­stor­be­nen Ehe­paars Ru­di (El­mar Wep­per) und Tru­di (Han­ne­lo­re Els­ner) aus dem ers­ten Teil. Ei­nes Ta­ges klopft die Ja­pa­ne­rin Yu (Aya Iri­zu­ki) an sei­ne Tür und stellt sich mit den Wor­ten "I am Yu" vor – Ach­tung: dop­pel­deu­tig! Sie über­re­det ihn, ge­mein­sam aufs Land in sein leer ste­hen­des El­tern­haus zu fah­ren. Dort be­geg­net Karl nicht nur sei­nen ent­frem­de­ten Ge­schwis­tern, son­dern auch den Geis­tern der Ver­gan­gen­heit.
Kirsch­blü­ten & Dä­mo­nen er­in­nert an das Vi­deo­pro­jekt ei­ner Selbst­fin­dungs-Thea­ter­grup­pe. Al­les sehr ge­wollt, teils un­frei­wil­lig ko­misch und plump in­sze­niert. Da Karl zum Bei­spiel im­mer wie­der an sei­ner Männ­lich­keit zwei­felt, friert ihm ir­gend­wann der Schwanz ab. Fein­sinn sieht an­ders aus. 
Rich­tig gut wird der Film nur in den Sze­nen mit der groß­ar­ti­gen Bir­git Mi­nich­mayr. Lei­der hat die aber nur ei­nen fünf Mi­nu­ten-Auf­tritt.

FAZIT

Re­gis­seu­rin Dör­rie und ihr Ka­me­ra­mann Han­no Lentz woll­ten beim Dreh mög­lichst frei und spon­tan re­agie­ren. Aber Frei­heit und Spon­ta­ni­tät ha­ben ih­ren Preis. Man muss schon Fan von Go­pro-Vi­deo­look sein – Kirsch­blü­ten & Dä­mo­nen sieht wie ein sehr low-bud­ge­tier­tes Klei­nes Fern­seh­spiel aus und at­met den Geist ei­nes be­müh­ten Ex­pe­ri­men­tal­films.

Deutsch­land 2019
110 min
Re­gie Do­ris Dör­rie
Ki­no­start 7. März 2019