The Change

THE CHANGE

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THE CHANGE

Nicht gerade subtiler, aber spannender Dystopie-Thriller.

Ab 06. November 2025 im Kino

Der Originaltitel „The Anniversary“ klingt harmlos, fast romantisch. Ellen (Diane Lane), eine respektierte Professorin, und Paul (Kyle Chandler), Chef eines gutgehenden Restaurants, feiern mit ihren vier erwachsenen Kindern den 25. Hochzeitstag. Nur ein Detail trübt die Harmonie: Sohn Josh (Dylan O’Brien) bringt seine neue Freundin Liz (Phoebe Dynevor) mit – und Ellen erkennt sie sofort: eine ehemalige Studentin, die sie einst wegen einer erzkonservativen, antidemokratischen Arbeit bloßgestellt hatte.

Ein Jahr später hat die Ex-Studentin ein Buch geschrieben. The Change heißt es – ein Manifest, das Demokratie und Liberalismus für überholt erklärt. Das Buch wird zum Bestseller, das Land verändert sich – und mit ihm die Taylors.

The Change

Regisseur Jan Komasa (Corpus Christi) erzählt diese Geschichte ohne viel Zwischentöne, aber mit großer Wucht. Sein Film ist keine subtile Parabel, sondern eine laute, grelle Warnung. Wer in den letzten Jahren die amerikanische Politik verfolgt hat, denkt unweigerlich an „Project 2025“, an das (gar nicht so) schleichende Erodieren demokratischer Institutionen. Komasas Film trifft also einen Nerv – und das macht ihn so beunruhigend aktuell.

The Change

Optisch beginnt THE CHANGE fast trügerisch harmlos: warme Farben, schöne Menschen, klimpernde Musik. Look und Feel, wie es hässlich neudeutsch heißt, erinnern an eine dieser etwas flach ausgeleuchteten Netflix-Miniserien, die man nebenbei schaut. Doch der Schrecken schleicht sich leise ein. Was aussieht wie ein Wohlfühlfilm, mutiert nach und nach in einen Albtraum.

The Change

Die Intellektuellen und Freigeister werden denunziert oder verhaftet, die Guten verlassen freiwillig das Land: Eine Nation auf dem Weg in den Faschismus. THE CHANGE mag ein wenig zu belehrend sein, ist aber dennoch fesselnd. Dass Regisseur Komasa hier und da Momente des Overactings (Kyle Chandler: „Name the DOG!“) durchgerutscht sind, mag daran liegen, dass er kein englischer Muttersprachler ist. Aber seine Geschichte von einer Gesellschaft, die ihre eigene Zerstörung in Kauf nimmt, ist erschreckend glaubhaft – und lässt einen nicht so schnell los.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „The Anniversary“
USA 2025
112 min
Regie Jan Komasa

The Change

alle Bilder © TOBIS

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