Mit Liebe und Chansons

MIT LIEBE UND CHANSONS

Mit Liebe und Chansons

MIT LIEBE UND CHANSONS

Was Sylvie Vartan mit einem Klumpfuß und Wunderheilung zu tun hat, erzählt dieser liebenswerte französische Film.

Ab 27. November 2025 im Kino

Es klingt fast wie ein modernes Märchen: Paris in den 1960er Jahren, ein kleiner Junge mit Klumpfuß, eine Mutter mit unbeirrbarem Glauben – und Sylvie Vartan, die Pop-Diva einer ganzen Generation. Aus dieser Mischung hat der kanadische Regisseur Ken Scott die warmherzige Komödie MIT LIEBE UND CHANSONS (Im Original treffender „Ma Mère, Dieu et Sylvie Vartan“) gemacht.

Im Zentrum steht Esther Perez (hinreißend: Leïla Bekhti), Mutter von sechs Kindern und von einer unerschütterlichen Energie getrieben. Als ihr jüngster Sohn Roland mit einer Fehlbildung zur Welt kommt, prophezeien die Ärzte ein Leben voller Einschränkungen. Doch Esther weigert sich, das Schicksal hinzunehmen: Ihr Kind, so schwört sie, wird am ersten Schultag laufen wie alle anderen.

Mit Liebe und Chansons

Vom Plattenspieler und aus dem Fernseher tönen Sylvie Vartans Lieder, und der kleine Roland lernt mit ihrer Musik lesen, schreiben – und träumen. Jahrzehnte später wird er Journalist und begegnet der Sängerin, die seine Kindheit prägte, tatsächlich. Vartan, heute längst Ikone, spielt sich dabei selbst – ein charmantes Detail.

Mit Liebe und Chansons

Scott verwebt in seiner Inszenierung Familienchaos, Milieuschilderung und Pop-Nostalgie zu einem heiteren, manchmal etwas überzuckerten Film. Neben Bekhti überzeugt vor allem Jonathan Cohen als erwachsener Roland; auch die Nebenrollen, vom Vater bis zu den Geschwistern, sind liebevoll gezeichnet. Dass die Handlung auf einer „wahren Geschichte“ basiert, behauptet zumindest der Abspann.

Mit Liebe und Chansons

Doch so bewegend viele Szenen sind – gegen Ende verrutscht der Ton. Sobald die Mutterfigur an Bedeutung verliert und der Fokus stärker auf den Sohn rückt, wird die Geschichte konventioneller. Das schmälert die Wirkung, auch wenn der Film sein Publikum mit einem Lächeln – und ein paar Tränen im Taschentuch – entlässt.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Ma Mère, Dieu et Sylvie Vartan“
Frankreich / Kanada 2025
103 min
Regie Ken Scott

Mit Liebe und Chansons

alle Bilder © Neue Visionen Filmverleih

JETZT ZUM NEWSLETTER ANMELDEN

MARIA MONTESSORI

MARIA MONTESSORI

MARIA MONTESSORI klingt nach Bildungsbürger-Arthouse-Kino, ist aber ein sehenswerter Film über die Freundschaft zweier Frauen, die - jede auf ihre Art - den gesellschaftlichen Konventionen des beginnenden 20. Jahrhunderts trotzen und ihrer Zeit weit voraus sind.

Ab 07. März 2024 im Kino

In Frankreich nennen Historiker feministische, gebildete und unabhängige Frauen um 1900 „La nouvelle femme“ (so auch der Originaltitel des Films). Damit sind Frauen gemeint, die es auf hohe Positionen geschafft und zu akademischen Würden gebracht haben und die sich ihren Platz in der Gesellschaft durch ihr Wissen erarbeitet haben.

Eine neue Form der Pädagogik

Die Kurtisane Lili d’Alengy (Leïla Bekhti) befindet sich zu dieser Zeit auf dem Höhepunkt ihres Ruhms. Um ihren Ruf zu wahren und ihre lernbeeinträchtigte Tochter Tina zu verstecken, flüchtet die Pariser Halbweltdame nach Rom. Dort sucht sie Hilfe bei der Ärztin Maria Montessori (Jasmine Trinca), die gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Giuseppe Montesano eine Schule für „Idioten“ (wie es seinerzeit hieß) führt. Die beiden entwickeln in ihrem Institut Lernmethoden, die später Geschichte schreiben. 

Gut, die Inhaltsangabe klingt etwas dröge – so was musste man sich früher im Geschichtsunterricht anschauen. Aber Regisseurin Léa Todorov hat mit MARIA MONTESSORI einen überraschend unterhaltsamen und berührenden Film gedreht. Bemerkenswerterweise arbeitet sie sich dabei nicht brav an der Historie ab, sondern fokussiert ihren Blick auf eine kurze, aber entscheidende Zeit im Leben der beiden Freundinnen Maria und Lili. Das macht den Film persönlicher und interessanter als das übliche Oberlehrer-Biopic. Empfehlenswert.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „La nouvelle femme“
Frankreich / Italien 2023
100 min
Regie Léa Todorov

alle Bilder © Neue Visionen Filmverleih

JETZT ZUM NEWSLETTER ANMELDEN