DAS FAMILIENFOTO

Ga­bri­el­le ver­dient ihr Geld, in­dem sie sich von Tou­ris­ten als le­ben­de Sta­tue fo­to­gra­fie­ren lässt. So drif­tet sie non­cha­lant durchs Le­ben. Ihr pu­ber­tie­ren­der Sohn fin­det sei­ne frei­geis­ti­ge Mut­ter die meis­te Zeit nur pein­lich. Ga­bri­el­les Schwes­ter El­sa ver­bit­tert an ih­rem un­er­füll­ten Kin­der­wunsch, folg­lich ist ih­re Lau­ne dau­er­haft schlecht bis sehr schlecht. Und Bru­der Mao ver­dient zwar hau­fen­wei­se Geld als Spie­le­ent­wick­ler, kämpft aber mit De­pres­sio­nen.
Die Ver­korkst­heit der Kin­der geht, wie so oft, auf das Kon­to der El­tern: Die Mut­ter der drei Ge­schwis­ter, ei­ne Psy­cho­the­ra­peu­tin, mischt sich im­mer noch über­grif­fig in das Le­ben ih­rer er­wach­se­nen Kin­der ein. Ihr ge­schie­de­ner Ex-Mann war zu sehr mit sei­nen zahl­rei­chen Ge­lieb­ten be­schäf­tigt, um sich um die Er­zie­hung zu küm­mern. Nun trifft die dys­funk­tio­na­le Fa­mi­lie bei der Be­er­di­gung des Groß­va­ters wie­der auf­ein­an­der und steht plötz­lich vor ei­nem ge­mein­sa­men Pro­blem: wo­hin mit der de­men­ten Groß­mutter?

Cé­ci­lia Rouauds Film er­zählt von Men­schen, die nicht zu­ein­an­der fin­den, die sich lie­ben, aber nicht aus ih­ren ge­lern­ten Ver­hal­tens­mus­tern aus­bre­chen kön­nen. Um dann doch, durch ei­ne klei­ne Ver­än­de­rung, al­les um­zu­krem­peln.
"Das Fa­mi­li­en­fo­to" ist ein sehr fran­zö­si­scher Film. Lie­be, Schmerz, Trau­er und Fa­mi­li­en­wahn – fe­der­leicht und oh­ne Pein­lich­keit in­sze­niert. 

FAZIT

Sei­ne Freun­de kann man sich aus­su­chen, die Fa­mi­lie nicht. Mit Va­nes­sa Pa­ra­dis, Ca­mil­le Cot­tin und Pierre De­la­don­champs her­vor­ra­gend be­setzt, und trotz Dra­ma ko­misch und un­ter­halt­sam.

Ori­gi­nal­ti­tel "Pho­to De Fa­mil­le"
Frank­reich 2019
98 min
Re­gie Cé­ci­lia Rouaud 
Ki­no­start 16. Mai 2019