DEM HORIZONT SO NAH

Chick Flick-Alarm: „The Note­book“, „Das Leuch­ten der Stil­le“, „Mit Dir an mei­ner Sei­te“ – Die grenz­kit­schi­gen bis schmal­zi­gen Ni­cho­las Sparks-Ver­fil­mun­gen sind ech­te Te­ar­jer­ker und lau­fen stets nach dem glei­chen Sche­ma ab: Boy meets girl. Lie­be. Dra­ma. 

„Dem Ho­ri­zont so nah“ passt per­fekt in die­ses Uni­ver­sum, ist aber tat­säch­lich deutsch. Die Vor­la­ge lie­fert ein Ro­man, der 2016 wo­chen­lang auf Platz 1 der BILD-Best­sel­ler­lis­te stand – nicht un­be­dingt ei­ne Emp­feh­lung.
Der ers­te Band der so­ge­nann­ten "Dan­ny Tri­lo­gie“ ba­siert auf wah­ren Be­ge­ben­hei­ten und hat al­les, was das Herz be­gehrt: zwei schö­ne jun­ge Men­schen (Lu­na Wed­ler und Jan­nik Schüm­ann, ma­chen ih­re Sa­che gut), viel Lie­bes­schmerz, reich­lich lei­den­schaft­li­chen (ju­gend­frei­en) Sex und selbst­re­dend das ganz gro­ße Dra­ma. Be­zie­hungs­wei­se Dra­men, denn es er­giesst sich ein gan­zes Füll­horn an Leid über das jun­ge Glück: Krank­heit, Kin­des­miss­brauch, Dro­gen, Tod.

Laut der Pro­du­zen­ten soll­te „Dem Ho­ri­zont so nah“ ein ech­ter, iro­nie­frei­er Lie­bes­film wer­den und nicht schon wie­der ei­ne ro­man­ti­sche Ko­mö­die. Das ist im­mer­hin ge­glückt – viel zu la­chen gibt's nicht. Von der bit­ter­sü­ßen Ro­man­ze zur Schnul­ze ist es ein kur­zer Weg und von da sind es nur noch zwei Ta­schen­tü­cher zur Schmon­zet­te – der U‑16-Ziel­grup­pe dürf­te ge­nau das ge­fal­len.

FAZIT

Frü­her hiess so­was "Bra­vo Love Sto­ry".

Deutsch­land 2019
109 min
Re­gie Tim Trach­te
Ki­no­start 10. Ok­to­ber 2019