Die nackte Kanone

DIE NACKTE KANONE

Die nackte Kanone

DIE NACKTE KANONE

Es gibt anspruchsvolle Filme mit Botschaft – und es gibt DIE NACKTE KANONE. Die will nur eins: blödeln, und zwar auf möglichst niedrigem Niveau.

Ab 31. Juli 2025 im Kino

Liam Neeson, der in den letzten Jahren hauptsächlich als grimmiger Actionheld unterwegs war, erweist sich als würdiger Nachfolger des legendär trotteligen Detectives Frank Drebin. Der Oscarpreisträger bleibt cool, selbst im zu kurzen Schottenrock.

Die gute Nachricht zuerst: DIE NACKTE KANONE ist besser als der Trailer vermuten lässt. Die Gagdichte hoch, teilweise erfreut der Film mit schön absurdem Humor.

„It says you served 20 years for man’s laughter. Must have been quiet a joke.
You mean manslaughter?“
oder
“May I speak freely?”
“I prefer English.”

Fragt sich nur, was von all den cleveren Wortspielen der Originalversion in der deutschen Synchronfassung noch übrig bleibt. 

Die nackte Kanone

Weniger bis überhaupt nicht amüsant sind dagegen die Fantasy-Momente: Weder eine verzauberte Eule, noch ein zum Leben erweckter Schneemann sind wirklich lustig und wirken wie angestrengt ausgedachte Drehbuchideen.

Die nackte Kanone

Ihr Comeback geht weiter: Pamela Anderson setzt nach „The Last Showgirl“ ihren schauspielerischen Siegeszug fort und beweist ein hervorragendes komödiantisches Timing. Sie nimmt ihr „doofe Blondine“-Image gekonnt auf die Schippe und ist sich für keinen Gag zu schade. Anderson liefert jeden Gaga-Dialog, den das Drehbuch ihr vorgibt, mit solchem Ernst ab, als würde der ganze Quatsch tatsächlich Sinn ergeben.

Die nackte Kanone

DIE NACKTE KANONE ist (in großen Teilen) richtig schön albern – ein Kompliment – und nach kurzweiligen 85 Minuten ist der Sinnlos-Spaß schon vorbei. In Sachen politisch unkorrektem Humor kann es die Neuversion locker mit dem Original aufnehmen.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „The Naked Gun“
USA 2025
85 min
Regie Akiva Schaffer

Die nackte Kanone

alle Bilder © Sony Pictures

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The Last Showgirl

THE LAST SHOWGIRL

The Last Showgirl

THE LAST SHOWGIRL

Wenig glamourös: Pamela Anderson überzeugt als alterndes Las-Vegas-Showgirl

Ab 20. März 2025 im Kino

Der amerikanische Traum ist tot – ebenso wie die letzte Showgirl-Revue in Las Vegas. Drei Jahrzehnte lang hat Shelly (Pamela Anderson) in Federn und Strass das Tanzbein geschwungen. Doch der Geschmack des Publikums hat sich verändert, und die „Razzle Dazzle Show“ steht kurz vor dem Aus. Eine Gelegenheit für Shelly, mit ihrer besten Freundin Annette (Jamie Lee Curtis) und zahlreichen selbstgemixten Margaritas über die Ungerechtigkeiten des Lebens zu philosophieren. Doch dann steht eines Tages Shellys entfremdete Tochter vor der Tür und fordert eine Aussprache.

The Last Showgirl

Vor genau dreißig Jahren kam der Film „Showgirls“ in die Kinos. Gia Coppolas THE LAST SHOWGIRL hat damit etwa so viel gemeinsam wie das Literarische Quartett mit dem Dschungelcamp. Während Verhoevens Film aus den 1990er-Jahren Trash in Reinkultur war, ist THE LAST SHOWGIRL eine anspruchsvolle, manchmal auch fordernde Auseinandersetzung mit den Tiefen der amerikanischen Seele.

The Last Showgirl

Die lose Erzählstruktur, durchbrochen von Musiksequenzen, in denen sich Pamela Anderson durch das glitzernde Sonnenlicht von Las Vegas treiben lässt, verleiht dem Film den Charme eines kunstvollen Studentenprojekts. Allerdings eines mit hochkarätiger Besetzung: David Bautista – hier mit Haaren und ungewohnt sensibel –, Kiernan Shipka, die als junge Tänzerin eine deutlich bessere Figur macht als zuletzt in der Rolle der bösen Hexe im Weihnachts-Schundfilm „Red One“, Jamie Lee Curtis, dank Perücke und Grusel-Make-up erst auf den zweiten Blick zu erkennen und natürlich Pamela Anderson: Wie Demi Moore kürzlich in „Substance“, hat auch die ewige Ex-Baywatch-Nixe und bekennende Make-up-Verweigerin (zumindest im Privatleben) in THE LAST SHOWGIRL endlich eine Charakterrolle gefunden, die sie als ernstzunehmende Schauspielerin etabliert.

The Last Showgirl

Inszenatorisch läuft Coppolas Film nicht ganz rund. Bei einer erstaunlich kurzen Laufzeit von 85 Minuten stellt sich zwischendurch immer wieder Langeweile ein – denn allzu viel passiert nicht. Der Film ist mehr eine Beobachtung sozialer Realitäten im Stil des modernen US-Kinos als ein klassisch erzähltes Drama. Dennoch lohnt sich das Anschauen vor allem wegen der Schauspielerinnen.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „The Last Showgirl“
USA 2024
85 min
Regie Gia Coppola

The Last Showgirl

alle Bilder © Constantin Film

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