Was uns verbindet

WAS UNS VERBINDET

Was uns verbindet

WAS UNS VERBINDET

Lust auf Herzbruch? Dann ist der französische Film „L‘attachement“ genau das Richtige.

Ab 07. August 2025 im Kino

WAS UNS VERBINDET bietet mehr Emotionen, Verwicklungen und Drama als eine ganze Staffel mancher Serie. Was in einer deutschen oder amerikanischen Produktion leicht in Fremdscham oder triefenden Kitsch abgleiten könnte, wird unter der Regie der Französin Carine Tardieu – voilà – zu einer zarten, berührenden Geschichte über das Leben und die Liebe.

Was uns verbindet

Sandra, alleinstehend und Betreiberin eines feministischen Buchladens, erklärt sich spontan bereit, auf den sechsjährigen Elliot aufzupassen, als ihre Nachbarn Alex und seine schwangere Freundin Cécile zur Entbindung ins Krankenhaus müssen. Dabei hat die Mittfünfzigerin mit Kindern eigentlich wenig am Hut. Doch dann kommt es bei der Geburt zu Komplikationen – Cécile stirbt. In der Zeit danach wird Sandra nicht nur für den kleinen Jungen zu einer wichtigen Bezugsperson, sondern auch für den verwitweten Vater Alex.

Nein, das ist keine Geschichte einer „Mutter wieder Willen“. WAS UNS VERBINDET ist ungleich komplexer. Ein Netz aus Beziehungen und Bindungen entfaltet sich – und mittendrin findet die überzeugte Singlefrau Sandra langsam ihren Platz in einer neuen, ungeplanten Familie.

Was uns verbindet

Aber warum funktioniert ein Film so gut, in dem ein kleiner Junge auf der Suche nach einer Ersatzmutter ist, Paare sich trennen, versöhnen, sterben, neu verlieben – und doch nur Freunde bleiben? Zunächst ist es die überzeugende Besetzung mit der immer wunderbaren Valeria Bruni Tedeschi, Pio Marmaï und César Botti in seiner ersten Filmrolle. Dazu eine gekonnte Inszenierung, die den Tumult der Gefühle souverän am Boden hält und sicher vor Kitsch bewahrt. 

Was uns verbindet

Natürlich könnte man einwenden, dass alle Figuren etwas zu wohlhabend und freundlich wirken, um ganz glaubwürdig zu sein. Aber bitte – es ist ein Film. Trostlosigkeit gibt’s im echten Leben schon genug.

Regisseurin und Drehbuchautorin Carine Tardieu hat mit WAS UNS VERBINDET einen klugen, feinfühligen und zutiefst bewegenden Film über Freundschaft, Familie – und die Natur der großen und kleinen Gefühle gedreht. Schön.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „L‘attachement“
Frankreich / Belgien 2024
105 min
Regie Carine Tardieu

Was uns verbindet

alle Bilder © Alamode Film

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ZOE & STURM

ZOE & STURM

Ab 10. August 2023 im Kino

Gefühlvoll, aber nicht kitschig. Rührend, aber nicht rührselig. Ein Pferdefilm, der nicht nur Reiter und kleine Mädchen zum Weinen bringt.

„Das Leben ist kein Ponyhof“ – wer so was sagt, beweist eher wenig Pferdeverstand, schließlich gehört neben viel Liebe auch eine Menge Drecksarbeit dazu, wenn sich Mensch und Gaul gegenseitig auf Trab halten. In ein Gestüt in der Normandie führt der französische Pferdefilm TEMPÊTE – zu Deutsch ZOE & STURM.

Atemberaubende Tier- und Landschaftsbilder

Er beginnt mit einer Doppelgeburt: die Stute Sturm und das Mädchen Zoe, Tochter der Pferdehofbesitzer, erblicken in derselben Nacht Seite an Seite das Licht der Welt. Die Quasi-Zwillinge kommen zwar aus gutem Stall, doch gehört dieser irgendwann einem amerikanischen Investor samt Ehefrau (mutmaßlich aus Gründen der US-Vermarktbarkeit gespielt von Danny Huston und Ex-Bondgirl Carole Bouquet). Damit nicht genug, bringt ein Unwetter die begeisterte Reiterin Zoe eines Nachts auch noch in den Rollstuhl. Wie sich der querschnittsgelähmte Teenager mithilfe seiner Eltern (Melanie Laurent und Pio Marmaï) ins Leben und sogar in den Sattel zurückkämpft, wird in atemberaubenden Tier- und Landschaftsbildern, realistischen Dialogen, einer in allen Altersstufen bestens besetzten Zoe (u. a. von Carmen Kassovitz, Tochter von Améliestar Mathieu Kassovitz) und einem unerwartet listigen Finale erzählt.

Zoe & Sturm ist eine Adaption des Erfolgsromans „Tempête dans un haras“ von Christophe Donner unter der Regie von Christian Duguay. Ein bewegendes und fesselndes Familiendrama – empfehlenswert für Zwei- und Vierbeiner jeglicher Schulterhöhe.

Text: Anja Besch

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Tempête“
Frankreich 2023
111 min
Regie Christian Duguay

alle Bilder © DCM