Avatar: Fire and Ash

AVATAR: FIRE AND ASH

Avatar: Fire and Ash

AVATAR: FIRE AND ASH

Same, same, not so different

Ab 17. Dezember 2025 im Kino

Alle paar Jahre ist es so weit: Verlässlich wie der Weihnachtsmann kommt im Dezember ein neuer Avatar-Film in die Kinos. Teil drei der Blockbusterserie trägt den Titel „Fire and Ash“. Überraschung: Wieder geht es um den Kampf eines Naturvolks gegen hochtechnisierte Menschen. Vielleicht fällt James Cameron für die nächsten fünfzig Fortsetzungen ja doch noch etwas Neues ein.

Avatar: Fire and Ash

Die erste halbe Stunde ist schlimm. Camerons jugendliche Helden stoßen seit jeher gerne Begeisterungsschreie aus, vorzugsweise in Situationen mit maximalem Adrenalinschub – auf dem Bug eines „unsinkbaren“ Schiffs oder auf dem Rücken eines fliegenden Reptils. „Uuuuhuuu!“ Im neuen AVATAR aber überzieht Cameron seine Trademark: Gleich mehrere Figuren jubilieren minutenlang durcheinander. Dazu kommen weitere Fremdschäm-Bausteine, die man schon aus Teil zwei kennt: Teenager-Avatare mit Edgar Cut, die sich mit „Bro“ ansprechen und alles „insane“ finden. Man möchte hoffen, dass die deutsche Synchronisation daraus nicht „Digga“ und „krass“ macht. Obendrauf gibt es eine ordentliche Portion esoterischen Ethnokitsch – das volle Programm.

Avatar: Fire and Ash

Fast scheint es, als wolle Cameron zunächst seine Pflichtliste abhaken, um sich dann endlich der eigentlichen Geschichte zuzuwenden. Mit dem ehemaligen Marine Jake Sully (Sam Worthington), inzwischen Anführer der Na’vi, seiner Partnerin Neytiri (Zoe Saldaña) und der restlichen Sully-Familie geht es zurück nach Pandora. Dort treibt das feindliche Aschevolk sein Unwesen – und verbündet sich auch noch mit den noch schlimmeren Menschen.

Avatar: Fire and Ash

Wie gesagt: Die erste halbe Stunde muss man durchstehen. Doch Cameron beweist, dass er als Miterfinder des modernen Actionkinos sein Handwerk nicht verlernt hat. Spätestens mit der ersten großen Schlacht findet der Film seinen Rhythmus – mitreißend, wie man es erwartet. Optisch ist das natürlich atemberaubend, in 3D und IMAX sowieso. Cameron bleibt ein Meister des Worldbuildings. Kino als Spektakel in Reinform, technisch um Lichtjahre voraus. Nur an den hyperrealen Video-Look muss man sich gewöhnen. Gelegentlich wirkt das Ganze wie die teuerste Lindenstraße-Episode aller Zeiten.

Fest steht: Auf AVATAR: FIRE AND ASH folgt 2029 Teil vier, 2031 Teil fünf –  und vermutlich ist damit noch lange nicht Schluss.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Avatar: Fire and Ash“
USA 2025
210 min
Regie James Cameron

Avatar: Fire and Ash

alle Bilder © The Walt Disney Company Germany

JETZT ZUM NEWSLETTER ANMELDEN

AVATAR: THE WAY OF WATER

AVATAR: THE WAY OF WATER

Kinostart 14. Dezember 2022

Groß, größer, Cameron. Der Erfolgsregisseur präsentiert mit „Avatar: The Way of Water“ im Grunde eine Neuverfilmung von „Avatar: Aufbruch nach Pandora“. Nur ist diesmal alles noch gewaltiger und farbenprächtiger, die Bilder noch plastischer. Vor allem in IMAX und 3D ist der Film ein visueller Rausch.

Avatar ist bis heute der erfolgreichste Film aller Zeiten

Das sieht schon sehr gut aus. Vor allem die Unterwasseraufnahmen. Da ist James Cameron in seinem Element. Und er weiß, was seine Fans wünschen: Schiffskatastrophe a la „Titanic“, check. Schillernde „Abyss“-Unterwasserwelten, check. „Aliens“-Machosoldaten, doppel-HOOAH-check! Viele der Versatzstücke kommen einem verdächtig bekannt vor. Der Meister zitiert sich selbst. 

Inhaltlich unterscheiden sich Avatar 1 und 2 kaum. Kurze Auffrischung: Der ehemals gelähmte Kriegsveteran Jake Sully (Sam Worthington) ist mittlerweile komplett zum blauhäutigen Na’vi geworden und hat mit Neytiri (Zoe Saldana) reichlich Nachwuchs in die pandorische Welt gesetzt. War der erste Teil noch eine simple Liebesgeschichte, erzählt die Fortsetzung eine soapige Familiensaga. Die Kleinen sind inzwischen zu pubertierenden Teenagern herangewachsen. Und da es im Weltenraum überall gleich zugeht, ignorieren die Kids auch hier bockig den Rat der Alten und provozieren dadurch eine gefährliche Situation nach der anderen. Aus denen sie dann von den Eltern gerettet werden müssen – Eine Geschichte so dünn wie ein Schluck Wasser.

Auch die Rollenverteilung zwischen Gut und Böse bleibt wie gehabt: Hier die teuflischen Menschen, die profitgierig auf den Umweltschutz spucken. Da die edlen Wilden, mit der Natur stets im Einklang und im ewigen Kampf gegen den weißen Mann. Winnetou, I see you.

James Cameron kann mit seinem Hybrid aus Real- und Computeranimationsfilm das Blockbusterkino nicht noch einmal revolutionieren. Der Reiz des Neuen ist weg. Gelegentlich droht die Schönheit der Bilder in Enthnokitsch und Pathos unterzugehen. Aber immerhin: Die im Rechner erschaffenen fantastischen Welten und die perfekt choreografierten Actionsequenzen haben Wucht. Wer im trüben Wintergrau für drei Stunden in türkisfarbenen Südsee-Welten versinken möchte, der ist hier genau richtig.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Avatar: The Way of Water“
USA 2022
192 min
Regie James Cameron

alle Bilder © Walt Disney Studios Motion Pictures Germany