Babylon Berlin

GROSS­AR­TI­GE ZEIT­REI­SE

Die Se­rie „Ba­by­lon Ber­lin“ er­zählt von der Wei­ma­rer Re­pu­blik. Ei­ner ver­ru­fe­nen, le­gen­dä­ren Zeit, in der al­le leb­ten, als gä­be es kein Mor­gen mehr.

Haupt­stadt Ber­lin 1929: Me­tro­po­le des Tem­pos, der Ex­zes­se. Das deut­sche Volk zwi­schen Ar­mut, Ar­beits­lo­sig­keit, Ex­tre­mis­mus und Le­bens­gier. Auf der Stra­ße kämp­fen Po­li­zis­ten ge­gen Kom­mu­nis­ten – und rechts ge­gen links. Nicht nur die Mo­ral, die gan­ze Welt ist aus den Fu­gen.

Die Haupt­fi­gur ist Kom­mis­sar Ge­re­on Rath, ge­spielt von Vol­ker Bruch. Ein Dro­gen­süch­ti­ger, im 1. Welt­krieg zer­bro­chen, he­ro­in­ab­hän­gig. Ei­ne Fi­gur ty­pisch für die Zeit. Ein „Kriegs­zit­te­rer“, der sein Leid ver­steckt – bei der Ar­beit im Mord­de­zer­nat.

Sei­ne Mit- und Ge­gen­spie­ler sind Liv Li­sa Fries als sym­pa­thisch auf­ge­weck­te Char­lot­te Rich­ter, so­wie der ge­nia­le Pe­ter Kurth in der Rol­le des zwie­lich­ti­gen Bru­no Wol­ter.

Prä­zi­se re­cher­chiert, stimmt hier al­les bis ins letz­te De­tail. Die Se­rie ist von den Haupt­fi­gu­ren bis in die kleins­te Ne­ben­rol­le per­fekt be­setzt.

Fünf Jah­re lang ar­bei­te­te das Team um die Re­gis­seurs-Troi­ka Tom Tykwer, Achim von Bor­ries und Henk Hand­loeg­ten an der Kri­mi­rei­he, sie­ben Mo­na­te dau­er­ten die Dreh­ar­bei­ten. Die Au­ßen­auf­nah­men ent­stan­den zu gro­ßen Tei­len im Stu­dio Ba­bels­berg. Ei­ne gi­gan­ti­sche Film­ku­lis­se mit über fünf­zig ver­schie­de­nen Fas­sa­den wur­de ei­gens ge­baut. Der rie­si­ge Auf­wand hat sich ge­lohnt: Die Se­rie ist span­nend und sieht rich­tig gut aus (von ein paar künst­lich wir­ken­den CGI-To­ta­len ab­ge­se­hen...) und schreibt, mit ei­nem für deut­sche Ver­hält­nis­se Aus­nah­me­bud­get von 40 Mil­lio­nen Eu­ro, schon jetzt Ge­schich­te.

Die Vor­la­ge lie­fer­te der Ro­man "Der nas­se Fisch“. Ge­schrie­ben von Vol­ker Kut­scher, der be­reits sechs Ro­ma­ne zum Ber­lin der Zwan­zi­ger und Drei­ßi­ger ver­fasst hat.

FAZIT

Ge­schichts­buch und Rie­sen­spek­ta­kel – mit­rei­ßend wie ein Thril­ler in bes­ter ame­ri­ka­ni­scher Tra­di­ti­on. Lässt man sich auf die 16 Epi­so­den ein, so er­lebt man ei­ne Zeit­rei­se mit gro­ßer Sog­kraft. Ge­ra­de fei­er­te "Ba­by­lon Ber­lin" ih­ren Start in Deutsch­land so­wie ih­re in­ter­na­tio­na­le Pre­mie­re in Los An­ge­les. In über 60 Län­der wur­de die Se­rie schon ver­kauft. Wei­te­re Staf­feln sind ge­plant: In den USA läuft sie bei Net­flix, in Deutsch­land bis­her nur bei Sky, ab Herbst in der ARD.

Deutschland 2017/2018
Regie Tom Tykwer, Achim von Borries und Henk Handloegten
TV Serie – 16 Folgen / 45 Minuten