AUSGEFLOGEN

Ooooooh! Was Hun­de­wel­pen im Tier­reich sind, ist „Aus­ge­flo­gen“ für Ki­no­fil­me. Weich, knud­de­lig und herz­er­wär­mend. Hé­loï­se ist ge­schie­den, Mut­ter drei­er Kin­der und Be­sit­ze­rin ei­nes Re­stau­rants. Die bei­den Äl­te­ren sind aus dem Haus, nun ist die Jüngs­te kurz da­vor, zum Stu­di­um nach Ka­na­da zu zie­hen. Kü­ken müs­sen das Nest ver­las­sen – ein not­wen­di­ger Schritt, der bei Hé­loï­se ei­ne exis­ten­zi­el­le Kri­se aus­löst.

Ein we­nig er­in­nert „Aus­ge­flo­gen“ an „Boy­hood“. Wie in Link­la­ters Film geht es auch hier um Fa­mi­li­en­dy­na­mik, Los­las­sen und Er­wach­sen­wer­den. Die Er­zäh­lung wech­selt da­bei mit Leich­tig­keit zwi­schen zwei Zeit­ebe­nen: dem heu­ti­gen Pa­ris und drei­zehn Jah­re in die Ver­gan­gen­heit, kurz nach dem Schei­tern von Hé­loï­se‘ Ehe.

Re­gis­seu­rin Li­sa Azue­los hat schon mit „LOL“ (zu­nächst als fran­zö­si­sche, spä­ter als US-Ver­si­on) ei­ne ähn­lich cha­ris­ma­ti­sche Ko­mö­die vor­ge­legt. Ti­ming, Cha­rak­ter­zeich­nung und Tem­po sind per­fekt, Haupt­dar­stel­le­rin Sand­ri­ne Kib­erlain ist als lie­bens­wer­te Mut­ter zu­gleich ko­misch und be­rüh­rend. 

FAZIT

Es geht zwar im Grun­de um nichts, aber die­ses Nichts wird in an­ge­nehm kurz­wei­li­gen 87 Mi­nu­ten sehr char­mant be­schrie­ben.

Ori­gi­nal­ti­tel "Mon Bé­bé"
Frank­reich 2019
87 min
Re­gie Li­sa Azue­los 
Ki­no­start 18. Ju­li 2019