ZONE 3
Ab 27. November 2025 im Kino
Es ist mal wieder alles ganz furchtbar: Die schönste Stadt der Welt ist in drei Zonen unterteilt. Nur die Elite hat noch Zugang zu Eiffelturm und Co., der bedauernswerte Rest muss in Banlieues mit absteigender Wohnqualität hausen. Von den Außenzonen gibt es keine Möglichkeit, ins Innere vorzudringen – schwer bewachte Kontrollen und Killerdrohnen beschützen die Reichen und Schönen. Wer kein Tracking-Armband trägt, wird sowieso verhaftet und entsorgt. Eine KI (natürlich) hat die Überwachung übernommen: ALMA sieht alles, weiß alles und löst jedes Verbrechen im Nullkommanix. In dieser unschönen Zukunftsvision macht sich Polizist Zem (Gilles Lellouche) mit seiner Kollegin Salia (Adèle Exarchopoulos) auf die Jagd nach dem Mörder eines hochrangigen Regierungsmitarbeiters.
Cédric Jimenez’ dystopischer Film hat dem Genre wenig bis gar nichts Neues hinzuzufügen. Im Gegenteil: Der große Ideenklau geht um. Vor allem bei Blade Runner, Oblivion, Minority Report und Luc Bessons Das fünfte Element bedient sich der missglückte Sci-Fi-Kracher reichlich. Es regnet (natürlich) den lieben langen Tag. Und schießwütige Drohnen gab es auch schon zuhauf. Selbst die Frisuren sind Zitate: Hauptdarsteller Gilles Lellouche soll mit seinem wasserstoffblonden Kurzhaarschnitt wohl an Bruce Willis erinnern, Adèle Exarchopoulos trägt Natalie Portmans alte Perücke aus Léon – Der Profi auf.
Richtig schlimm wird es, wenn der Cutter (oder war es der Regisseur? oder der Produzent?) sämtliche Autoverfolgungsjagden mit erhöhter Geschwindigkeit abspielt: Schneller! Noch schneller! Das sieht dann aus, als hätte man sich in einen Slapstick-Film aus den 20er-Jahren verirrt. Soll wohl Tempo suggerieren, ist aber nur albern. Noch übler ist das Drehbuch: camembertgroße Löcher und Handlungssprünge, die es unmöglich machen, der wirren Geschichte zu folgen. Charaktere tun etwas – Schnitt – sind plötzlich ganz woanders, um dort etwas zu tun, was keinerlei Sinn ergibt. Warum springt er in die Seine? Warum lässt er da auf sich schießen? Je ne comprends pas.
Es ist schade. Wären die Actionszenen nicht so lachhaft und hätte nicht irgendwer den Film im Schnitt komplett zerstört – es hätte was werden können. Denn Ausstattung, Bilder, ein paar gute Ideen (die nicht endende Milchlieferung) und sogar die Grundidee der aus dem Ruder gelaufenen KI sind nicht schlecht. Stattdessen verschleudert ZONE 3 Talente wie Louis Garrel, Romain Duris, Artus oder Valeria Bruni Tedeschi. Chien 51 (Originaltitel) wird wohl kaum in die Reihe bahnbrechender dystopischer Filme eingehen – außer als unfreiwillig komische Variante. Es ist das Gegenteil einer französischen Delikatesse und nicht mal aus Gummi!
INFOS ZUM FILM
Originaltitel „Chien 51“
Frankreich / Belgien 2025
105 min
Regie Cédric Jimenez
alle Bilder © STUDIOCANAL



















