Widows – Tödliche Witwen

Vier Ga­no­ven las­sen nach ei­nem gründ­lich miss­glück­ten Raub­über­fall ih­re Ehe­frau­en als Wit­wen zu­rück. Um die noch aus­ste­hen­den Schul­den bei ei­nem ver­fein­de­ten Gangs­ter zah­len zu kön­nen, neh­men Ve­ro­ni­ca (Vio­la Da­vis), Lin­da (Mi­chel­le Ro­dri­guez), Ali­ce und Bel­le ihr Schick­sal in die ei­ge­nen Hän­de und pla­nen ei­nen Coup.

Fast ent­täu­schend, dass sich Os­car­preis­trä­ger Ste­ve Mc­Queen nach sei­nem gran­dio­sen „12 Ye­ars a Slave“ gan­ze fünf Jah­re Zeit liess, um nun mit die­ser klei­nen Fin­ger­übung in die Ki­nos zu­rück­zu­keh­ren.
In Wi­dows wird die be­kann­te Ge­schich­te vom „he­ist“, dem per­fekt ge­plan­ten Raub, neu in­ter­pre­tiert:
Frau­en über­neh­men das Kom­man­do. Wie schon „Ocean’s 8“ liegt Wi­dows da­mit voll im #me­too-Trend.
Et­was ge­nau­er hin­ge­schaut, er­zählt der Film aber we­ni­ger die Ge­schich­te von wo­men of co­lor und ih­rem Weg zu Stär­ke und Selbst­be­stimmt­heit, son­dern die der ul­ti­ma­ti­ven Gleich­stel­lung: Frau­en kön­nen ge­nau­so bru­tal und skru­pel­los wie Män­ner sein. Aha.

FAZIT

Wi­dows – Töd­li­che Wit­wen - zehn Mi­nus­punk­te für den idio­ti­schen deut­schen Ti­tel – ist ein sty­lish ge­dreh­ter, nicht ge­ra­de welt­be­we­gen­der Thril­ler. Ge­ho­be­ne Kon­fek­ti­ons­wa­re.

USA, 2018
Re­gie Ste­ve Mc­Queen
130 min
Ki­no­start 06. De­zem­ber 2018

Under The Silver Lake

Sam (An­drew Gar­field) ist ein Nichts­nutz. Er wohnt in ei­nem klei­nen Apart­ment in Sil­ver La­ke, Los An­ge­les und hegt kei­ner­lei Am­bi­tio­nen, ir­gend­et­was aus sei­nem Le­ben zu ma­chen. Meist ver­bringt er den Tag mit der Su­che nach ver­steck­ten Codes und Bot­schaf­ten in sei­ner Um­ge­bung. So ist er zum Bei­spiel fest da­von über­zeugt, dass Van­na White – die ame­ri­ka­ni­sche Ma­ren Gil­zer – wäh­rend der Sen­dung "Wheel of For­tu­ne" dem Zu­schau­er per Zwin­kern ge­hei­me Si­gna­le gibt. Man könn­te sa­gen, Sam ist ein biss­chen pa­ra­no­id.
Ei­nes Ta­ges trifft er die at­trak­ti­ve Sa­rah (Ri­ley Ke­ough) und die bei­den ver­brin­gen ei­nen net­ten Abend mit­ein­an­der. Als sie sich am nächs­ten Tag wie­der­se­hen wol­len, ist nicht nur Sa­rah, son­dern auch ih­re kom­plet­te Woh­nungs­ein­rich­tung ver­schwun­den. Sam wit­tert ei­ne Ver­schwö­rung und macht sich auf die Su­che.

Ein Hun­de­kil­ler, ei­ne mör­de­ri­sche Eu­len­frau, ein auf mys­te­riö­se Art ver­schwun­de­ner Mil­lio­när: un­ter der son­ni­gen Ober­flä­che Ka­li­for­ni­ens tun sich Ab­grün­de auf.
Zeig­te „La La Land“ im ver­gan­ge­nen Jahr die eher be­schwing­te, fröh­li­che Sei­te von Los An­ge­les, so ist Un­der The Sil­ver La­ke ein fie­ber­haf­ter Film noir über die auf Alp­träu­men ge­bau­te Stadt ge­wor­den. Un­ter­halt­sam ist das al­le­mal. All die ver­steck­ten Tri­bu­te an an­de­re Re­gis­seu­re und klei­nen An­spie­lun­gen auf an­de­re Fil­me zu ent­de­cken ist sehr ver­gnüg­lich. Da­vid Ro­bert Mit­chell hat sei­ne Vor­bil­der ge­nau stu­diert: hier ein biss­chen Al­fred Hitch­cock, da ein we­nig Bri­an de Pal­ma (selbst ein Meis­ter des Zi­tats) und viel Da­vid Lynch.
Ob­wohl Un­der The Sil­ver La­ke mit­un­ter an ei­nen sehr am­bi­tio­nier­ten Stu­den­ten­film er­in­nert, macht es doch Spaß, Sam bei sei­ner schrä­gen Odys­see durch das la­by­rin­thi­sche Los An­ge­les zu fol­gen. Die ver­steck­ten Codes, un­ge­lös­ten Rät­sel und hid­den mes­sa­ges füh­ren zwar auch hier, wie so oft in der mo­der­nen Pop­kul­tur (sie­he „Lost“), am En­de nicht zu ei­ner be­frie­di­gen­den Auf­lö­sung: aber egal – der Weg ist das Ziel.

FAZIT

Ei­ni­ge Zu­schau­er wer­den das Ki­no mit ei­nem gro­ßen Fra­ge­zei­chen im Ge­sicht ver­las­sen. Am bes­ten gar nicht dar­über nach­den­ken, was das al­les soll, son­dern ein­fach auf die Stim­mung ein­las­sen und ne­ben­bei den tol­len Ber­nard-Herr­mann-in­spi­rier­ten Sound­track ge­nie­ßen.

USA, 2018
Re­gie Da­vid Ro­bert Mit­chell
139 min
Ki­no­start 06. De­zem­ber 2018

Jupiter's Moon

⭐️⭐️

Der jun­ge Sy­rer Aryan wird beim il­le­ga­len Über­que­ren der ser­bisch-un­ga­ri­schen Gren­ze an­ge­schos­sen.
Schwer ver­letzt, ent­wi­ckelt er plötz­lich die über­mensch­li­che Fä­hig­keit durch rei­ne Wil­lens­kraft zu schwe­ben. Im Flücht­lings­la­ger ent­deckt der kor­rup­te Arzt Dr. Stern das Po­ten­zi­al sei­nes Pa­ti­en­ten. Ge­gen Be­zah­lung wird der flie­gen­de Jun­ge tod­kran­ken Pa­ti­en­ten als neu­es Welt­wun­der prä­sen­tiert. Doch auch die Po­li­zei in­ter­es­siert sich für den selt­sa­men Fall.

In ers­ter Li­nie wirkt der Film wie die Be­wer­bungs­rol­le von Re­gis­seur Mun­druc­zó für Hol­ly­wood.
Die teil­wei­se re­al ge­dreh­ten Schwebe/​Flugszenen se­hen dank per­fek­tem wire-re­m­oval spek­ta­ku­lär und su­per rea­lis­tisch aus. Auch ei­ne von „In­cep­ti­on“ in­spi­rier­te Sze­ne, in der sich ein gan­zer Raum um die ei­ge­ne Ach­se dreht, muss sich vor dem Ori­gi­nal nicht ver­ste­cken. Das ist vi­su­ell meis­ter­haft. Und die atem­be­rau­ben­de one-ta­ke Au­to­ver­fol­gung kann lo­cker mit „The Fast and the Fu­rious“ oder „Ja­son Bourne“ mit­hal­ten.
Aber der Rest?
Schon der An­fang ir­ri­tiert. Da ist auf ei­ner Schrift­ta­fel zu le­sen, dass auf Eu­ro­pa, ei­nem der Mon­de des Ju­pi­ter, die theo­re­ti­sche Mög­lich­keit für Le­ben exis­tie­re. Sehr be­deu­tungs­schwan­ger. Aber dann spielt die­se In­for­ma­ti­on in den dar­auf­fol­gen­den zwei Stun­den kei­ner­lei Rol­le mehr. Oder soll die plat­te Bot­schaft "In Eu­ro­pa ist Le­ben mög­lich" sein?
Jupiter’s Moon möch­te Stel­lung be­zie­hen, über­nimmt sich aber an der Viel­zahl sei­ner The­men: Flücht­lings­kri­se, Ter­ro­ris­mus, der Glau­be an Gott, Wun­der, Schuld, Er­lö­sung, die re­al­po­li­ti­schen Zu­stän­de im heu­ti­gen Un­garn, ei­ne bei­na­he Va­ter-Sohn-Be­zie­hung, und, und, und. Die­ser bun­te Strauß kommt teils als sphä­ri­scher Kunst­film, teils als kon­ven­tio­nel­ler Ac­tion­film da­her.
Hand­werk­lich top, doch was das al­les be­deu­ten soll, bleibt das Ge­heim­nis des Re­gis­seurs.

FAZIT

Poe­ti­scher, kunst­voll ge­dreh­ter, je­doch rat­los zu­rück­las­sen­der Su­per­hel­den­film.

Ungran/​Deutschland, 2017
Re­gie Kor­nél Mun­druc­zó
123 min
Ki­no­start 22. No­vem­ber 2018

In My Room

⭐️⭐️⭐️⭐️

Ar­min ist EB-Ka­me­ra­mann in Ber­lin. Wenn er mal ei­nen Job ver­geigt, weil er die Ka­me­ra aus‑, statt ein­ge­schal­tet hat, juckt ihn das nicht wei­ter. Lie­ber fei­ert er die Nacht durch und be­schäf­tigt sich nicht groß mit der Zu­kunft.
Als sei­ne Groß­mutter im Ster­ben liegt, macht er sich auf den Weg nach Hau­se zu sei­nem Va­ter. Am Mor­gen nach dem Tod der ge­lieb­ten Oma dann der Schock: auf ei­nen Schlag ist die ge­sam­te Mensch­heit ver­schwun­den! Ar­min ver­zwei­felt zu­nächst, lässt sich dann aber auf sein neu­es Le­ben ein. Nach Mo­na­ten des Al­lein­seins trifft er ei­nen wei­te­ren üb­rig­ge­blie­be­nen Men­schen, die jun­ge Kir­si.

Der deut­sche Ome­ga Mann.
Trotz des na­he­lie­gen­den Ver­gleichs, ist „In My Room“ ei­ne ganz an­de­re, zar­te­re Va­ri­an­te der Ge­schich­te vom letz­ten Mensch auf Er­den ge­wor­den. Hier geht es nicht um den Kampf ge­gen Un­to­te oder Mu­tan­ten, son­dern um ei­ne zwei­te Chan­ce, das Le­ben neu zu ge­stal­ten. Ge­ni­al, wie Re­gis­seur Ul­rich Köh­ler es schafft, von ei­ner fast do­ku­men­ta­ri­schen Stim­mung zu An­fang un­er­war­tet in ei­ne auf den Kopf ge­stell­te Welt zu wech­seln. Der zur­zeit all­ge­gen­wär­ti­ge Hans Löw über­zeugt in der Rol­le des last man on earth.

FAZIT

I am Le­gend in Nord­rhein-West­fa­len. Über­ra­schend, au­ßer­ge­wöhn­lich und gut.
Das idyl­li­sche Land­le­ben der bei­den Haupt­fi­gu­ren passt ge­nau in un­se­re Zeit mit ih­rer Sehn­sucht nach Ein­fach­heit.

Deutsch­land, 2018
Re­gie Ul­rich Köh­ler
120 min
Ki­no­start 08. No­vem­ber 2018

Nur ein kleiner Gefallen

⭐️⭐️

Über­ra­schend ist die Freund­schaft zwi­schen Ste­pha­nie und Emi­ly schon. Die ei­ne ist ei­ne et­was bie­de­re Vi­deo-Blog­ge­rin, die an­de­re ei­ne ge­heim­nis­vol­le Mo­de-PR-Frau. Oder stimmt es, was Nach­barn und Kol­le­gen vol­ler Neid tu­scheln: Wird Ste­pha­nie als Kin­der­mäd­chen auf Ab­ruf aus­ge­nutzt, weil sie je­der­zeit zur Ver­fü­gung steht und sich um Emi­lys Sohn Ni­cky küm­mert?

Als ei­nes Ta­ges wie­der mal „nur ein klei­ner Ge­fal­len“ fäl­lig ist, hilft Ste­pha­nie wie ge­wohnt zu­ver­läs­sig aus und holt Ni­cky von der Schu­le ab. Doch Emi­ly kehrt nicht zu­rück. Nicht nach ein paar Stun­den, nicht nach Wo­chen. Sie bleibt wie vom Erd­bo­den ver­schluckt. Mit­hil­fe ih­rer So­cial-Me­dia-Fol­lower ver­sucht Ste­pha­nie, ih­re ver­miss­te Freun­din aus­fin­dig zu ma­chen. Sie ahnt nicht, dass sie Teil ei­nes mys­te­riö­sen Dop­pel­spiels ist.

Mit An­na Kendrick als sü­ße, hy­per­ner­vö­se Mut­ti und der coo­len Bla­ke Li­vely als dop­pel­ge­sich­ti­ge Ver­füh­re­rin hät­te das was wer­den kön­nen. Im­mer­hin über­zeugt der An­fang von „A simp­le Fa­vor“ noch ei­ni­ger­ma­ßen. Das ist un­ter­halt­sam und guckt sich im ers­ten Drit­tel ganz gut weg. Lei­der kann sich das Dreh­buch da­nach nicht mehr ent­schei­den, was es ei­gent­lich sein will: span­nen­der Mys­tery-Thril­ler oder leich­te Ko­mö­die. Ge­schich­te und Ver­hal­ten der Cha­rak­te­re wer­den im­mer un­glaub­wür­di­ger, der Film ge­rät zu­se­hends aus der Bahn.

Wohl­ha­ben­de Müt­ter in ei­ner Klein­stadt, Bür­ger­tum, hin­ter des­sen glos­sy Fas­sa­de sich Dra­men ab­spie­len? So ähn­lich gab es das ge­ra­de in der groß­ar­ti­gen Se­rie „Big Litt­le Lies“. Nun al­so die we­ni­ger ge­lun­ge­ne Ki­no­ver­si­on ei­nes ähn­li­chen Stof­fes. Gol­de­nes Fern­seh­zeit­al­ter: Der Ki­no­film sieht um ei­ni­ges schlech­ter und im klas­si­schen Sin­ne „fern­seh­mäs­si­ger“ aus, als die TV-Se­rie.

FAZIT

Selt­sa­mer Gen­re­mix mit ein paar ge­lun­ge­nen Mo­men­ten.

USA, 2018
Re­gie Paul Feig
117 min
Ki­no­start 08. No­vem­ber 2018

Aufbruch zum Mond

Am 20. Ju­li, vor fast 50 Jah­ren, be­trat Neil Arm­strong mit ei­nem klei­nen Schritt als ers­ter Mensch den Mond. „First Man“, so der Ori­gi­nal­ti­tel, er­zählt die Ge­schich­te der NA­SA-Mis­si­on von 1961 bis 1969.

Da­mi­en Cha­zel­les Film ist ei­ne ernst­haf­te, viel­leicht zu ernst­haft ge­ra­te­ne Bio­gra­fie, die zwar be­weist, wie meis­ter­haft der jun­ge Re­gis­seur mitt­ler­wei­le die un­ter­schied­lichs­ten Sti­le des Fil­me­ma­chens be­herrscht, den Zu­schau­er aber auch oft kalt lässt. Stel­len­wei­se er­in­nert der Hy­per­rea­lis­mus des Films an Chris­to­pher Nolans „In­ter­stel­lar“, al­ler­dings oh­ne den Spaß­fak­tor.

„Auf­bruch zum Mond“ ist kein Aben­teu­er­film, mehr ein Kam­mer­spiel, ei­ne Be­ob­ach­tung und Cha­rak­ter­stu­die sei­ner ex­trem in­tro­ver­tier­ten Haupt­fi­gur ge­wor­den. Neil Arm­strong, der sein Le­ben of­fen­bar meist wis­sen­schaft­lich ana­ly­tisch be­trach­te­te und kaum Wär­me oder Em­pa­thie aus­strahl­te, be­stimmt mit sei­ner Emo­ti­ons­lo­sig­keit die ers­ten zwei Drit­tel des Films. Ryan Go­slings Mi­mik bleibt der Fi­gur ent­spre­chend leer, sel­ten huscht so et­was wie ein Lä­cheln über sein Ge­sicht. Das mag in An­be­tracht Arm­strongs er­leb­ter Schick­sals­schlä­ge his­to­risch rich­tig sein, macht es aber schwer, sich mit der Fi­gur zu so­li­da­ri­sie­ren.

Im letz­ten Drit­tel nimmt die Ge­schich­te dann end­lich Fahrt auf. Recht­zei­tig zur Mond­lan­dung zei­gen Cha­zel­le und sein Ka­me­ra­mann Li­nus Sand­gren, was sie kön­nen. Teils auf 16 mm, teils auf 35 mm ge­dreht, wur­de für die atem­be­rau­ben­den Sze­nen der Mond­mis­si­on das IMAX-For­mat ver­wen­det. Die Mu­sik von Os­car­preis­trä­ger Jus­tin Hur­witz darf nun auch in die Vol­len ge­hen und bei­na­he weht ein Hauch von "La La Land"-hafter Ele­ganz über die Mond­land­schaf­ten.

FAZIT

Tipp vom Rei­se­füh­rer: Wer im­mer schon­mal wis­sen woll­te, wie es sich an­fühlt, in ei­ner ex­trem en­gen Raum­kap­sel zu sit­zen und sein Le­ben kom­plett der klapp­ri­gen Tech­nik an­zu­ver­trau­en, kommt hier auf sei­ne Kos­ten. Sel­ten ha­ben sich Flug­sze­nen klaus­tro­pho­bi­scher und au­then­ti­scher an­ge­fühlt als hier.
Gu­ter, sehr er­wach­se­ner Film.

USA, 2018
Re­gie Da­mi­en Cha­zel­le
141 min
Ki­no­start 08. No­vem­ber 2018

Der Nussknacker und die vier Reiche

⭐️⭐️

Dis­neys In­ter­pre­ta­ti­on von E.T.A. Hoff­manns Kurz­ge­schich­te und Pe­ter Tschai­kow­skys Bal­lett.

Zum Ki­no­be­such bit­te reich­lich In­su­lin ein­pa­cken. So süß, quietsch­bunt und po­li­tisch kor­rekt kommt der neue Dis­ney­film da­her, dass man sich gar nicht traut, ir­gend­et­was Schlech­tes über die­ses Kitsch­fest zu sa­gen.
Ge­treu Li­be­r­aces Mot­to: „Zu­viel des Gu­ten ist wun­der­voll“, platzt Der Nuss­kna­cker und die vier Rei­che schier vor Ideen­reich­tum. Die Fan­ta­sie­wel­ten und ih­re ei­gen­wil­li­gen Be­woh­ner wur­den mit ei­ner aus­ufern­den Lie­be zum De­tail in Sze­ne ge­setzt. Be­son­ders die im­mer wie­der auf­tau­chen­den Uhr­wer­ke, Spiel­do­sen und an­de­re me­cha­ni­sche Spie­le­rei­en bie­ten ho­hen Un­ter­hal­tungs­wert. Gleich zu Be­ginn wird das in ei­ner sehr hüb­schen Se­quenz mit der wahr­schein­lich kom­pli­zier­tes­ten Mau­se­fal­le al­ler Zei­ten ge­zeigt.
Ein auf­ge­dreh­ter, opu­lent er­zähl­ter Fa­mi­li­en­film mit pro­mi­nen­ter Be­set­zung: un­ter an­de­rem er­lei­den Kei­ra Knight­ley, Ma­cken­zie Foy, He­len Mir­ren und Mor­gan Free­man ei­nen Zu­cker­schock.

FAZIT

Wer sich für stark ge­schmink­te Frau­en (und Män­ner) in sehr, sehr bun­ten Kos­tü­men be­geis­tern kann und die Vor­weih­nachts­zeit am liebs­ten auf 362 Ta­ge im Jahr aus­deh­nen wür­de, dem sind 100 Mi­nu­ten sü­ßes­te Un­ter­hal­tung ga­ran­tiert.

USA, 2018
Re­gie Las­se Hall­ström, Joe John­s­ton
100 min
Ki­no­start 01. No­vem­ber 2018