EIFFEL IN LOVE

Klei­ne Quiz­run­de für Se­nio­ren: Mit wel­chem Ge­bäu­de er­lang­te Gust­ave Eif­fel im 19. Jahr­hun­dert Welt­ruhm?

A) Köl­ner Dom
B) Ber­li­ner Fern­seh­turm
C) New Yor­ker Frei­heits­sta­tue
D) Lon­do­ner Tower Bridge

Rich­ti­ge Ant­wort: C. Ne­ben der Er­kennt­nis, daß nie­mand Klug­schei­ßer mag, ist das schon wie­der ei­ne ge­schlos­se­ne Wis­sens­lü­cke. Eif­fel hat La­dy Li­ber­ty zwar nicht ent­wor­fen, sie aber dank aus­ge­klü­gel­ter Stahl­kon­struk­ti­on auf Jahr­hun­der­te stand­si­cher ge­macht.

Sein nächs­tes gro­ßes Ding ist der Tour Eif­fel. 1889, pünkt­lich zur Pa­ri­ser Welt­aus­stel­lung, soll der 324 Me­ter ho­he Turm fer­tig sein, um ei­gent­lich zwei Jah­re spä­ter wie­der zu­rück­ge­baut zu wer­den. Strei­ken­de Bau­ar­bei­ter, Pro­ble­me mit der Fi­nan­zie­rung, wü­ten­de An­woh­ner – was wie der Bau des BER klingt, ist in Wahr­heit die fast ge­schei­ter­te Ge­schich­te ei­nes der schöns­ten Ar­chi­tek­tur­kunst­wer­ke der Welt. Gust­ave Eif­fel will die Welt­be­völ­ke­rung ur­sprüng­lich mit sei­ner neu­ge­bau­ten Me­tro be­ein­dru­cken, erst die wie­der­erwach­te Lie­be zu ei­ner Frau in­spi­riert ihn zu dem ele­gan­ten Phal­lus mit­ten in Pa­ris. We­ni­ger se­xu­ell auf­ge­la­den lässt sich in die Form des Eif­fel­turms auch ein gro­ßes A in­ter­pre­tie­ren, den An­fangs­buch­sta­ben der An­ge­be­te­ten Adri­en­ne.

Re­gis­seur Mar­tin Bour­bou­lon, sonst eher Spe­zia­list für Ko­mö­di­en, er­fin­det mit „Eif­fel in Love“ das Rad nicht neu: Ein biss­chen er­in­nert das Lie­bes­dra­ma an „Ti­ta­nic“ – nur eben nicht zu Was­ser, son­dern an Land. Wirk­lich­keit und Fik­ti­on de­cken sich auch hier nur teil­wei­se: Als der 28-jäh­ri­ge Jung­ar­chi­tekt in Bor­deaux ei­ne Brü­cke baut, ha­ben Gust­ave und Adri­en­ne tat­säch­lich ei­ne lei­den­schaft­li­che Be­zie­hung. Ob die Lie­be zwi­schen den bei­den al­ler­dings Jah­re spä­ter noch ein­mal er­blüht und Mon­sieur Eif­fel tat­säch­lich zum Turm­bau in­spi­riert, ist ei­ne un­be­wie­se­ne Dreh­buch­idee.

Die Ro­man­ze ist mit Ro­main Du­ris und der aus „Sex Edu­ca­ti­on“ be­kann­ten Em­ma Ma­ckey aus­ge­zeich­net be­setzt. Trotz der et­was kon­ven­tio­nel­len Er­zähl­wei­se: „Eif­fel in Love“ ist un­ter­halt­sam, bild­ge­wal­tig und da­zu noch ro­man­tisch, oh­ne in Kitsch ab­zu­drif­ten. Vi­ve la France!

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „Eif­fel“
Frank­reich 2021
109 min
Re­gie Mar­tin Bour­bou­lon
Ki­no­start 18. No­vem­ber 2021

al­le Bil­der © Con­stan­tin Film

Schreiben Sie einen Kommentar

Ih­re E‑­Mail-Adres­se wird nicht ver­öf­fent­licht. Er­for­der­li­che Fel­der sind mit * mar­kiert