Kinostart 28. April 2022

Wer oder was ist Ra­bi­ye Kur­naz? Ra­bi­ye Kur­naz ist ei­ne Frau aus Bre­men, für die das Ad­jek­tiv „pa­tent“ er­fun­den wur­de. Au­ßer­dem hat sie ganz ne­ben­bei die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka vor dem obers­ten Ge­richts­hof der USA ver­klagt. Auf die­sem Weg woll­te sie die Frei­las­sung ih­res Sohns aus Gu­an­tá­na­mo er­rei­chen. Nach den An­schlä­gen von 911 und der da­ma­li­gen po­li­ti­schen Stim­mung im Land ein ei­gent­lich aus­sichts­lo­ses Un­ter­fan­gen.

Ei­ne wah­re Ge­schich­te: Mu­rat Kur­naz wur­de oh­ne An­kla­ge 5 Jah­re lang in dem be­rüch­tig­ten Ge­fan­ge­nen­la­ger auf Ku­ba fest­ge­hal­ten. Dass er ent­las­sen wur­de, hat er sei­ner Mut­ter und dem Men­schen­rechts­an­walt Bern­hard Do­cke zu ver­dan­ken. Der mahnt bis heu­te, dass sich die da­mals po­li­tisch Ver­ant­wort­li­chen von der rot-grü­nen Bun­des­re­gie­rung nie für ih­re Ver­säum­nis­se ent­schul­digt oder Mu­rat gar ei­ne Ent­schä­di­gung ge­zahlt ha­ben.

Kann man ein so schwe­res The­ma in ei­ne Ko­mö­die ver­pa­cken? An­dre­as Dre­sen er­zählt sei­ne dra­ma­ti­sche Ge­schich­te un­ter­halt­sam leicht, zwi­schen­durch rutscht er ge­fähr­lich nah an harm­lo­sen Ulk. Das sei so ge­wollt, sagt der Re­gis­seur, denn der Film er­zäh­le schließ­lich aus der Per­spek­ti­ve der Mut­ter. Und die hat im wah­ren Le­ben eben ei­nen aus­ge­präg­ten Sinn für Hu­mor.

Alex­an­der Scheer stand zu­letzt als „Gun­der­mann“ für Dre­sen vor der Ka­me­ra. In „Ra­bi­ye Kur­naz ge­gen Ge­or­ge W. Bush“ über­zeugt das Cha­mä­le­on un­ter Deutsch­lands Schau­spie­lern nun er­neut als un­an­ge­pass­ter, sehr nord­deut­scher Men­schen­rechts­an­walt. Das wah­re Er­eig­nis und lie­bens­wer­ter Mit­tel­punkt des Films ist Mel­tem Kap­tan. Die Köl­ner Ko­mö­di­an­tin und Mo­de­ra­to­rin geht mit viel Herz und emo­tio­na­ler In­tel­li­genz in ih­rer Rol­le als Mut­ter­tier auf. Da­für gab es in die­sem Jahr ei­nen Sil­ber­nen Bä­ren bei der Ber­li­na­le.

INFOS ZUM FILM

Deutsch­land / Frank­reich 2022
119 min
Re­gie An­dre­as Dre­sen

al­le Bil­der © Pan­do­ra Film

Schreiben Sie einen Kommentar

Ih­re E‑­Mail-Adres­se wird nicht ver­öf­fent­licht. Er­for­der­li­che Fel­der sind mit * mar­kiert