Kinostart 19. Mai 2022

„Lus­tig!“ ist viel­leicht nicht die Ant­wort, die die Mit­ar­bei­te­rin des Ver­leihs auf ih­re Fra­ge, wie der Film ge­fal­len ha­be, hö­ren woll­te. Viel­leicht: Scho­ckie­rend? Un­heim­lich? Düs­ter? All das ist „X“ na­tür­lich auch. Aber wenn sehr al­te Men­schen wäh­rend ei­nes Por­no­drehs zu blut­rüns­ti­gen Kil­lern wer­den, dann ist das eben auch lus­tig.

Te­xas, En­de der 1970er-Jah­re. Ein In­de­pen­dent-Film­team will auf ei­ner ab­ge­schie­de­nen Farm in the midd­le of nowhe­re ei­nen Film für Er­wach­se­ne dre­hen: „The Framer’s Daugh­ter“. Doch schon die Be­grü­ßung vor Ort fällt aus­ge­spro­chen feind­se­lig aus: Mit ge­la­de­nem Ge­wehr zei­gen die grei­sen Ver­mie­ter deut­lich ih­re Ab­nei­gung ge­gen die „Städ­ter“. Als das un­heim­li­che Ehe­paar dem por­no­gra­phi­schen Trei­ben sei­ner Gäs­te auf die Spur kommt, hat das blu­ti­ge Kon­se­quen­zen.

„X“ ist so­wohl ei­ne Hom­mage als auch ei­ne ge­lun­ge­ne Neu­in­ter­pre­ta­ti­on klas­si­scher Slas­her- und Hor­ror­fil­me mit ei­ner ge­hö­ri­gen Pri­se Art­house. Dank zu­rück­ge­nom­me­nem Er­zähl­tem­po kann sich die Span­nung im­mer wei­ter auf­bau­en, be­vor das un­ver­meid­li­che Ge­met­zel be­ginnt. Die Ge­walt­sze­nen sind zwar blu­tig, aber nicht so wi­der­lich, dass sen­si­ble Zu­schau­er schrei­end den Saal ver­las­sen müs­sen. Im­mer wie­der gibt es Mo­men­te der Ko­mik, was den Film wohl­tu­end von den üb­li­chen Schlach­te­plat­ten des Gen­res ab­hebt. Wem der Sinn nach gut ge­mach­tem Re­tro­s­plat­ter steht, soll­te sich „X“ nicht ent­ge­hen las­sen.

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „X“
USA 2022
105 min
Re­gie Ti West

al­le Bil­der © Ca­pe­light Pic­tures

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