THE IRON CLAW

Ab 21. Dezember 2023 im Kino

In der internationalen Wrestling-Szene waren sie jahrelang Stars. Privat lag ein Fluch auf den Von Erichs.

Te­xas, An­fang der 80er-Jah­re: Fritz Von Erich ist ein be­rühm­ter Wrest­ler, dem der ul­ti­ma­ti­ve Sieg als World-Cham­pi­on zeit­le­bens ver­wehrt bleibt. Al­so drängt er sei­ne Söh­ne in den Sport. Dass die Jungs in ers­ter Li­nie das Ego ih­res Va­ters be­frie­di­gen und mit un­ter­wür­fi­gem „Yes Sir!“ nur Be­feh­le aus­füh­ren, kommt dem herrsch­süch­ti­gen Al­ten nicht in den Sinn.

Mus­keln, Kraft und to­xi­sche Männ­lich­keit

Die Sto­ry vom Fluch, der an­geb­lich auf den Von Erichs liegt, ist in In­si­der­krei­sen Le­gen­de. Hät­te sich das ein Dreh­buch­au­tor aus­ge­dacht, wür­de man ihm maß­lo­se Über­trei­bung vor­wer­fen. So viel sei ver­ra­ten: Von fünf Brü­dern (in Wahr­heit so­gar sechs) über­lebt am En­de nur ei­ner. Nicht um­sonst wird die Fa­mi­lie oft als die Ken­ne­dys des Sports be­zeich­net.

Die Be­set­zung ist das High­light des Films. Ne­ben dem be­sorg­nis­er­re­gend mus­ku­lö­sen Zac Efron (von ei­ner He-Man-Ge­dächt­nis­fri­sur ver­un­stal­tet) be­steht sie aus lau­ter tol­len Schau­spie­lern, bei de­nen man auf An­hieb nicht so ge­nau er­in­nert, wo­her man sie kennt: Je­re­my Al­len White (THE BEAR), Har­ris Dick­in­son (TRI­ANG­LE OF SAD­NESS) und vor al­lem als ge­stren­ger Va­ter Holt Mc­Cal­la­ny, der in der lei­der nie fort­ge­setz­ten Se­rie MIND­HUN­TER die Haupt­rol­le spielt.

Es riecht nach Tes­to­ste­ron. Für Wrest­ling soll­te man sich auf je­den Fall in­ter­es­sie­ren, denn es gibt viel vom Sport zu se­hen, von dem bis heu­te nie­mand weiß, wo Wett­kampf auf­hört und Show be­ginnt. Hier dreht sich al­les um Mus­keln, Kraft und to­xi­sche Männ­lich­keit. Die Von Erichs sind jah­re­lang Stars der Sze­ne und ei­len von Sieg zu Sieg. Es hät­te nicht ge­scha­det, wenn sich das Dreh­buch da­bei ein biss­chen we­ni­ger an der Rea­li­tät ab­ge­ar­bei­tet hät­te. So blei­ben die Fi­gu­ren von An­fang bis En­de in ih­ren Ver­hal­tens­kor­setts ge­fan­gen. Die El­tern be­han­deln ih­re Kin­der wie nütz­li­ches Werk­zeug, Emo­tio­nen sind un­er­wünscht. Die stän­di­ge Wie­der­ho­lung von Kämp­fen im Ring und dem nächs­ten Schick­sals­schlag ist nicht leicht zu ver­dau­en. Doch die Rea­li­tät war wohl noch viel schlim­mer als das, was auf der Lein­wand zu se­hen ist. Ei­ner der Söh­ne, Chris, kommt im Film gar nicht vor. Auch sein Le­ben en­de­te früh durch Selbst­mord. „Man kann das den Zu­schau­ern nicht zu­mu­ten. Es wä­re ein­fach zu un­er­bitt­lich.“, sagt Re­gis­seur Dur­kin.

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „The Iron Claw“
USA / GB 2023
130 min
Re­gie Sean Dur­kin

al­le Bil­der © LEO­NI­NE Stu­di­os

2 Meinungen zu “THE IRON CLAW

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